Politik : Eine britisch-holländische Firma lieferte das Saatgut an Bauern - Umweltschützer empört

Bauern in Deutschland, Großbritannien, Schweden und Frankreich haben in diesem und im vergangenen Jahr unwissentlich Raps ausgesät, der zum Teil genmanipuliert war. Die britisch-niederländische Firma Advanta teilte am Donnerstag in London mit, in Deutschland und Frankreich seien nur wenige hundert Hektar Anbaufläche betroffen.

Der britische Landwirtschaftsminister Nick Brown sagte vor dem Unterhaus in London, die Regierung gehe davon aus, dass von dem Raps keine Gefahr für die Umwelt ausgehe. Auch eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums sagte am Donnerstag in Bonn, die Behörde könne "Entwarnung" geben. Bei der kritischen Ware handele es sich nach ersten Erkenntnissen um konventionelles Saatgut, das "minimal" verunreinigt wurde. Advanta-Sprecher David Buckeridge sagte, das aus dem Raps gewonnene Öl sei ungefährlich für den Menschen. Zudem gebe es in Großbritannien weder Grenzwerte für den Anteil genetisch manipulierten Samens im Saatgut noch standardisierte Tests.

Dennoch löste die Nachricht bei Umweltschützern scharfe Kritik aus. Nach den Angaben von Greenpeace wird Sommerraps in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Baden-Württemberg und Niedersachsen angebaut. Der Raps müsse vernichtet und die Bauern entschädigt werden, verlangte die Umweltschutzorganisation.

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