Politik : Einer, der Grenzen setzt

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Hat er Macht? Wenn HansJürgen Papier, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, über sie verfügt, dann lässt er nichts davon spüren. Das Besprechungszimmer, in dem die Urteile erarbeitet werden, auf die die Republik mit Spannung wartet: schlichte, moderne Solidität. Der Mann passt dazu. Er tritt nicht auf, sondern steht einfach in der Tür. Er dekretiert auch nicht, sondern legt aus, markiert Grenzen, mal bestimmt, mal zurückhaltend, vor sich den Text des Grundgesetzes. Natürlich weiß er, was da drinsteht – ein Vierteljahrhundert war er Rechtsprofessor, erst in Bielefeld, dann in München. Wie überhaupt alles bei ihm lange nach einer ansehnlichen Universitätslaufbahn aussah - Spezialität Umweltrecht, öffentliche Finanzen, Sozialrecht. In das Blickfeld der Öffentlichkeit trat er erst 1991, als er die Leitung der Kommission zur Überprüfung der Parteienvermögen in der DDR übernahm. Da fiel er positiv auf. Vielleicht ging es deswegen dann Schlag auf Schlag:1998 Verfassungsrichter - auf Unionsvorschlag -, 2002 Präsident als Nachfolger von Jutta Limbach. Berliner folgte auf Berlinerin: Der Präsident der letzten Rechtsinstanz der Republik, 1943 geboren, hat 31 Jahre in der Stadt gelebt. rdh

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