Politik : Einheitsfeier: Kohl bleibt am 3. Oktober zu Hause

Der frühere Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Helmut Kohl will den zehnten Jahrestag der deutschen Einheit zu Hause verbringen. Er sei "überhaupt nicht" traurig darüber, dass er am 3. Oktober bei der offiziellen Feier in Dresden nicht als Redner vorgesehen ist, sagte Kohl der Zeitschrift "Super Illu". "Wenn Sie sich die Liste der deutschen Redner anschauen und überlegen, was die Herren vor zehn Jahren gemacht haben, verstehen Sie warum." Auf der Rednerliste in Dresden stehen Bundespräsident Johannes Rau, Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) und der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maiziere, der unmittelbar nach der deutschen Einheit auch Stellvertreter des CDU-Vorsitzenden Kohl war. Hauptredner ist der französische Präsident Jacques Chirac.

Kohl sparte zum Jahrestag auch nicht mit Kritik an früheren politischen Weggefährten und Gegnern. "Viele hatten die Idee der Einheit verraten", sagte Kohl dem ZDF mit Rückblick auf die Wende 1989/1990. Weite Teile der westdeutschen Führungsschicht hätten sich vom Ziel der Deutschen Einheit distanziert. "Ich war ja für manche abartig, galt ja viele Jahre lang als ein historischer Depp, dass ich einer Illusion nachhänge mit der Deutschen Einheit." Kohl äußerte sich im Gespräch mit dem ZDF-Historiker Guido Knopp für das zweiteilige Dokumentationsdrama "Deutschlandspiel", das am 2. und 3. Oktober zum zehnten Jahrestag der Deutschen Einheit gesendet wird.

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