EINSATZ AM HINDUKUSCH : Wie das Mandat die Deutschen bewegt

Die Bevölkerung ist mehrheitlich dagegen, die Politiker sind mehrheitlich dafür. Die Debatte über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan wird in Deutschland immer dann besonders heftig geführt, wenn Nachrichten über

Anschläge auf deutsche Soldaten vom Hindukusch kommen. Und auch weil in elf Wochen Bundestagswahlen sind, wird selbst innerhalb der Parteien, die grundsätzlich hinter der Afghanistan-Mission stehen, kontrovers über den Auftrag der Bundeswehr und darüber diskutiert, ob man jetzt ein konkretes Datum des Abzugs ins Auge fassen sollte. Als einzige der im Bundestag vertretenen Parteien spricht sich die Linkspartei für einen sofortigen Abzug der Deutschen aus Afghanistan aus. Sie hatte als einzige Fraktion am 22. Dezember 2001 im Bundestag gegen das Mandat im Rahmen der Isaf-Mission gestimmt. Für einen „Strategiewechsel“ von der militärischen Eskalation zum zivilen Aufbau sprechen sich die Grünen in ihrem Wahlprogramm aus. Wahlkampflinie der SPD ist, auf einen Ausstieg aus der Mission hinzuarbeiten unter der Voraussetzung, dass Afghanistan selbst für seine

Sicherheit sorgen kann. Kürzlich hatten sich die CSU-Politiker Peter Ramsauer und Hans-Peter Uhl dafür ausgesprochen, ein Ausstiegsszenario zu entwerfen. In den Reihen der CDU war das auf kräftiges Missfallen gestoßen. Allerdings hatte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) auch in der eigenen Partei Irritationen hervorgerufen, als er dieser Tage davon sprach, der Einsatz könne noch zehn Jahre dauern. Derzeit sind rund 4000 Bundeswehrsoldaten am Hindukusch im Einsatz. Bei Gefechten, Anschlägen und Unfällen starben bisher 35 deutsche Soldaten. Tsp

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