Einsatz im Grenzgebiet : Afghanistan stellt Forderungen an die Nato

Afghanistan wünscht sich weitere Hilfe durch die Nato bei der Bekämpfung des Terrorismus. Die Soldaten müssten aber vor allem in den Grenzgebieten zu Pakistan stationiert werden - sonst greife man zu anderen Mitteln.

Afghanistan
Gemeinsam gegen den Terror? US-Soldat und Einheimische in Afghanistan. -Foto: dpa

Kabul/HamburgDer afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta hat den Einsatz zusätzlicher Nato-Soldaten in seinem Land begrüßt und ihre Entsendung in die Unruhegebiete entlang der Grenze zu Pakistan gefordert. "Wir wollen, dass die internationale Gemeinschaft zusätzliche Truppen schickt, aber sie sollten in die Gebiete geschickt werden, die unter der Kontrolle der Taliban stehen, also in die Grenzgebietete", sagte Spanta am Samstag in der Hauptstadt Kabul. Ansonsten würde die afghanische Regierung einer weiteren Entsendung ausländischer Truppen nicht zustimmen.

Dass Teile des Landes trotz der Präsenz von 70.000 ausländischen Truppen von den radikalislamischen Taliban und anderen oppositionellen Gruppen kontrolliert würden sei "nicht akzeptabel", sagte der afghanische Minister weiter. Die 2001 gestürzten Taliban sind im Süden und Osten des Landes aktiv und arbeiten sich zunehmend auch in andere Landesteile vor. Sollte die Nato keine weiteren Soldaten schicken, würde Afghanistan die von den Taliban beherrschten Gebiete mit Hilfe von "Stammeskriegern" und einheimischen "Selbstverteidigungskräften" zurückerobern, warnte Spanta auf einer Pressekonferenz mit dem dänischen Außenminister Per Stig Møller.

Französischer Soldat stirbt bei Bombenexplosion

Møller bekräftigte das dänische Engagement in Afghanistan: "Wir werden diesen Krieg gemeinsam gewinnen", sagte der Außenminister. Dänemark hat 700 Soldaten in Afghanistan stationiert. Sie sind Teil der rund 50.000 Mann starken, von der Nato geführten Internationalen Schutztruppe.

Ein französischer Soldat kam am Samstag in Afghanistan bei der Explosion eines Sprengsatzes ums Leben. Ein weiterer wurde schwer verletzt, wie der französische Präsident Nicolas Sarkozy in Paris mitteilen ließ. Ob es sich um einen gezielten Anschlag handelte, war zunächst unklar. Die beiden Männer waren auf einer Patrouille unterwegs, als der Sprengsatz explodierte.

In der Provinz Chost im Südosten des Landes starb ein Zivilist, nachdem ausländische Soldaten das Feuer auf sein Fahrzeug eröffneten. Der Mann habe mit seinem Wagen nicht wie aufgefordert an einem Kontrollpunkt angehalten, teilte US-Militär mit. Ein Sprecher sprach das Bedauern des US-Militärs aus. In der Provinz Parwan im Norden des Landes starben sechs Zivilisten, als Unbekannte bei einer Hochzeitsfeier Handgranaten detonierten. Bei Operationen von Regierungssoldaten und Koalitionstruppen wurden nach offiziellen Angaben in verschiedenen Landesteilen insgesamt 14 Aufständische getötet. (mpr/dpa)

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