Einsatz in Afghanistan : Bundeswehr soll bis Anfang 2016 in Masar-i-Scharif bleiben

Bisher war nicht klar, wie lange die Bundeswehr noch im Norden Afghanistans bleiben soll. M inisterin Ursula von der Leyen nennt nun Anfang 2016 als Abzugstermin.

Im Camp Masar-i-Scharif sind derzeit noch 700 deutsche Soldaten stationiert. dpa
Im Camp Masar-i-Scharif sind derzeit noch 700 deutsche Soldaten stationiert.Foto: dpa

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat angesichts der deutlich verschlechterten Sicherheitslage im Norden Afghanistans vor einem überhasteten Abzug aus der Region gewarnt. Sie halte es für sinnvoll, wenn die Bundeswehr bis Anfang 2016 an dem Stützpunkt in Masar-i-Scharif festhalte, sagte von der Leyen beim Nato-Verteidigungsministertreffen am Donnerstag in Brüssel. Dort wolle sie die 21 Partnernationen der Deutschen im Norden Afghanistans davon überzeugen.

Bisher hatte die Ministerin keinen Zeitpunkt genannt, wie lange das deutsche Militärengagement noch dauern soll.

Wann die Bundeswehr Afghanistan ganz verlassen wird, wollte von der Leyen nicht abschätzen. "Das ist jetzt überhaupt nicht das Thema", sagte sie. Es gehe jetzt erst einmal darum, noch ein halbes Jahr die Verantwortung im Norden zu behalten "und Anfang 2016 den Rückzug auf Kabul zu organisieren".

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr begann Anfang 2002. Ende Oktober 2003 wurden die ersten deutschen Soldaten ins nordafghanische Kundus geschickt, später wurden weitere Feldlager in Masar-i-Scharif und Feisabad eröffnet. Zahlreiche deutsche Soldaten verloren im Norden in Gefechten mit den radikalislamischen Taliban und bei Anschlägen ihr Leben.

Der Nato-Einsatz ist zunächst bis Ende 2016 angelegt und soll sich am Schluss auf die Hauptstadt Kabul reduzieren. Zuletzt war spekuliert worden, die Bundeswehr könnte sich gezwungen sehen, den Stützpunkt in Masar-i-Scharif mit derzeit noch 700 deutschen Soldaten bereits zum Jahresende 2015 aufzugeben.

Ursache war, dass die USA schon dieses Jahr die Zahl ihrer Truppen am Hindukusch massiv verringern und in der Region um Kabul zusammenziehen wollten. Damit wäre auch die Bundeswehr in Zugzwang geraten, da die mächtige US-Militärmaschinerie das Rückgrat des Einsatzes bildet. Inzwischen hat US-Präsident Barack Obama jedoch beschlossen, den Truppenabzug zeitlich zu strecken. In der Provinz Kundus, wo die Bundeswehr bis 2013 einen großen Stützpunkt betrieb, liefern sich afghanische Truppen und radikal-islamische Taliban seit Monaten heftige Kämpfe. rtr/dpa

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