Politik : „Einsatz war richtig“

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Erfurt (dpa). Der Einsatz der Polizei beim Massaker im Erfurter Gutenberg-Gymnasium ist nach Meinung des Innenausschusses im Thüringer Landtag ohne Pannen abgelaufen. Alle Zweifel an der Vorgehensweise der Beamten seien ausgeräumt, hieß es am Freitag nach einer Ausschusssitzung in Erfurt. „Die Unstimmigkeiten zum Todeszeitpunkt, zu Überlebenschancen, Schüssen und Lageplänen sind vollständig ausgeräumt“, sagte der Vorsitzende, Ex-Innenminister Willibald Böck (CDU). „Der Polizeieinsatz ist richtig abgelaufen.“ Die Opposition aus PDS und SPD wollte Widersprüche zwischen dem vorläufigen Abschlussbericht und Medienberichten klären, besonders zum Einsatz und zu Todeszeitpunkten. Die Politiker waren sich nach der fünfstündigen Sitzung jedoch einig: Es gibt keine Ungereimtheiten mehr. Das klang vor kurzem noch anders. Der Polizeieinsatz war scharf kritisiert worden. Die Frage war: Hätten zwei Lehrer und zwei Schüler gerettet werden können, wenn die Einsatzkräfte schneller gehandelt hätten? Der 19-jährige Robert Steinhäuser hatte am 26. April binnen zehn Minuten 16 Menschen erschossen und sich dann umgebracht.

„Die Schule konnte nicht erstürmt werden“, sagte Innenminister Christian Köckert und verteidigte wie Ministerpräsident Bernhard Vogel (beide CDU) zuvor die Polizei. Die Opfer hätten auch bei anderem Vorgehen keine Chance mehr gehabt. Die Spezialeinsatzkräfte waren Raum für Raum vorgegangen, da Zeugen von einem zweiten Täter gesprochen hatten.

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