Politik : Einsparungen wegen des milden Klimas 1999 - CO2 um 15 Prozent gesunken

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Die Deutschen und ihre Industrien haben im vergangenen Jahr 1,8 Prozent weniger Primärenergie verbraucht als im Jahr zuvor. Etwa zwei Drittel der Einsparungen, insbesondere bei Kohle und Mineralöl, lassen sich auf das milde Klima zurückführen, wie aus einer am Mittwoch vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung vorgelegten Studie hervorgeht. Autofahrer im Land verbrauchten hingegen genauso viel Benzin wie 1998, obwohl 800 000 Autos mehr zugelassen wurden. Da mehr Güter mit Lastwagen transportiert wurden, stieg der Verbrauch an Diesel um fünf Prozent. Flugzeuge verheizten sechs Prozent mehr Kraftstoffe als im Jahr zuvor.

Weniger Verbrennung senkt auch den Kohlendioxyd-Ausstoß. In den vergangenen Jahren hat Deutschland 15 Prozent weniger CO2

produziert als 1990. Das Jahr gilt als Messgröße für die Verpflichtung, den Ausstoß des schädlichen Klimagases bis 2005 um 25 Prozent zu senken. Der Bundesregierung bleiben also noch fünf Jahre, um weitere zehn Prozent weniger zu produzieren. "Das geht nur mit Allianzen zwischen Politik und Wirtschaft", sagt Reinhard Loske, umweltpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag. Auch Gewerkschafter, Verbraucherschützer und Landwirte sieht Loske als mögliche Partner für die Umwelt und den Klimaschutz. Denn bei einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von zwei Prozent im Jahr müssen sich alle Verantwortlichen noch stärker anstrengen. Loske rechnet mit vier Prozent CO2

Minderung pro Jahr, die Deutschland erbringen muss. Die Bundesregierung will daher noch vor der Sommerpause eine Klimaschutzstrategie verabschieden, die den weiteren Weg zur Reduktion vorschreibt.

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