Politik : Eintritt frei

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Mit der Gesundheitsreform hat sich vieles für die Patienten verändert. In loser Folge beantworten wir Fragen dazu.

Nicht nur bei Vorsorgeuntersuchungen entfällt die Praxisgebühr. Kostenfrei sind auch alle Schutzimpfungen mit der dazugehörenden ärztlichen Beratung. Ausnahme: ReiseSchutzimpfungen. Sie müssen komplett selber bezahlt werden, samt Praxisgebühr, versteht sich.

Auch bei Arbeitsunfällen entfällt das Eintrittsgeld. Für alle Kosten kommt die Berufsgenossenschaft auf. Hat der Arzt bereits Zuzahlungen kassiert, kann das Unfallopfer sie von der Krankenkasse zurückfordern. Bei Unfällen mit anderen Beteiligten muss der Schuldige für Verletzte finanziell geradestehen – bei Zuzahlungen ebenso wie bei der Praxisgebühr.

Wer eine Brille braucht, kann sich den Besuch beim Augenarzt und die dazugehörige Praxisgebühr zwar sparen – es ist aber fraglich, ob sich das lohnt. Beim Mediziner nämlich übernimmt die Krankenkasse die Kosten des Sehtests, beim Optiker müssen die Tests aus eigener Tasche bezahlt werden. Allerdings lässt sich über diese Kosten, etwa beim Kauf einer teuren Brille, auch gut verhandeln.

Auch beim Kinderarzt fällt keine Praxisgebühr an. Das Gerücht, dass sich Mütter dort dann auch schon mal selber therapieren lassen, um sich anderswo das Eintrittsgeld zu sparen, ist aber wenig glaubhaft. Schließlich dürften Kinderärzte, so sagt deren Verbandschef Wolfram Hartmann, die Behandlung Erwachsener „mit keinem Cent“ abrechnen und hätten folglich kein Interesse daran.

Impfen darf ein Kinderarzt aber auch Erwachsene. Er soll es sogar: Schließlich lasse sich dadurch die Durchimpfungsrate steigern und die Eltern könnten den Kindern beim Kinderarzt gleich als Vorbild präsentiert werden, heißt es im Gesundheitsministerium. Ein Deal lässt sich damit nicht machen, Impfungen sind ja, siehe oben, praxisgebührenfrei. raw

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