Politik : Einwanderung: Lob des Konsenses (Kommentar)

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Sie werden angefeindet, beschimpft und in ihren Parteien unbeliebter werden. Lange bevor die Mitglieder der Einwanderungskommission heute das erste Mal zusammenkommen, waren die Wellen hoch geschlagen. Vor allem die Vorsitzende Rita Süssmuth hatte mal wieder die Wut der CDU-Oberen auf sich gezogen. Dabei wird es nicht bleiben. Denn egal was Süssmuth und die anderen Kommissionsmitglieder nach einem Jahr Arbeit vorlegen - das Ergebnis wird für Streit sorgen. Beim Themenkomplex "Ausländer" ist es in Deutschland noch immer schwer, sachlich zu bleiben. Dabei liegt die Stärke der Kommission darin, dass es sie überhaupt gibt. Denn nur in einem derartigen Gremium, in dem Mitglieder aller Parteien, der Wirtschaftsverbände, Kirchen, Gewerkschaften und zu guter Letzt ein Vertreter der türkischen Gemeinde in Deutschland zusammenkommen, kann in diesem Land ein gesellschaftlich tragfähiger Konsens für die Einwanderung und der gleichzeitigen Aufrechterhaltung des Asylrechts gefunden werden. Die Regierung hat, nach dem Debakel "Doppelte Staatsbürgerschaft", gelernt, dass ein Fortschritt in Einwanderungs- und Integrationsfragen anders nicht zu haben ist. Die Kommission wird nun Fakten sammeln, gewichten und ein Urteil fällen, dass dann Politik wird. Das ist gut. Und gut ist auch, dass Einwanderung nicht mehr exotisch ist.

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