Einwanderung : Zahl der Einbürgerungen geht zurück

Um beinahe zehn Prozent fiel die Einbürgerungsrate in Deutschland im Vergleich zum Jahr 2006, zu den Gründen gibt es keine Angaben. Nur aus Rumänien gab es einen Zuwachs von über 150 Prozent. Doch damit waren sie nicht die größte Gruppe.

WiesbadenDie Zahl der Einbürgerungen ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Insgesamt wurden 113.000 Ausländer und damit 9,5 Prozent weniger eingebürgert als im Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Gut zwei Drittel erwarben die deutsche Staatsbürgerschaft, nachdem sie sich mindestens acht Jahre rechtmäßig im Land aufgehalten hatten. Mit einem Anteil von gut einem Viertel machten die Türken die größte Gruppe bei den Eingebürgerten aus. Dies entsprach dem Amt zufolge grob ihrem Anteil an allen in Deutschland lebenden Ausländern.

An zweiter Stelle standen die Einbürgerungen aus Serbien und Montenegro mit knapp 10.400, gefolgt von 5500 Eingebürgerten aus Polen. Ihre absolute Zahl ging aber mit minus 17,0 und minus 20,7 Prozent besonders deutlich zurück.

Eine massive Zunahme gab es bei der Einbürgerung von Rumänen: Mit 3500 wurden 154 Prozent mehr als 2006 deutsche Staatsbürger. Dagegen sanken die Einbürgerungen aufgrund von Wiedergutmachung um gut 40 Prozent auf knapp 3100. Dies betrifft vor allem Fälle in denen Menschen - vor allem Juden - in der Zeit des Nationalsozialismus zwangsausgebürgert wurden. Sie und ihre Nachkommen haben nach Angaben der Behörde ein Recht auf eine vereinfachte Einbürgerung.

Die Gründe für das erneute Sinken der Zahl der Einbürgerungen sind eher spekulativ. Ein Sprecher des Amtes wies aber darauf hin, dass ein Großteil der in Deutschland lebenden Ausländer EU-Bürger seien und damit durch die kostenpflichtige Einbürgerung kaum Vorteile hätten. Im Jahr 2000 hatten nach dem Inkrafttreten des neuen Staatsbürgerschaftsrechts mit knapp 186.700 Ausländern die bisher höchste Zahl die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Seitdem sank sie - mit Ausnahme des Jahres 2006 - kontinuierlich. (jg/dpa)

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