Einwohnerzahl : Deutschland schrumpft weiter, aber Berlin wächst

Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg sind die einzigen Bundesländer, deren Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren zugenommen hat. In ganz Deutschland leben erstmals seit Mitte der 1990er Jahre wieder weniger als 82 Millionen Einwohner.

Wiesbaden/Berlin Berlin wuchs nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes binnen Jahresfrist um 8739 auf 3,43 Millionen Menschen. Im Jahr zuvor lag der Zuwachs bei 16 000 Menschen.

In ganz Deutschland leben erstmals seit Mitte der 1990er Jahre wieder weniger als 82 Millionen Einwohner. Zum Stichtag 31. März 2009 bestand die Bevölkerung aus 81,9 Millionen Menschen. Zum Jahresbeginn waren es noch 82 Millionen gewesen. Die Hauptgründe sind weniger Geburten und Zuwanderer sowie bereinigte Melderegister. Im Vergleich mit dem Vorjahr schrumpfte die Einwohnerzahl um 0,3 Prozent oder 260 000 – das entspricht der Einwohnerstärke Aachens. Damit fiel der jüngste Rückgang besonders stark aus. Von März 2007 auf März 2008 war die Bevölkerung mit 124 000 Menschen nur etwa halb so stark geschrumpft.

Als Erklärung für den Trend nennen die Statistiker drei Gründe: Zum einen sterben in Deutschland seit Jahren mehr Menschen, als es Geburten gibt. Zum anderen ist die Zahl der Zuwanderer rückläufig, während die Zahl der Auswanderer steigt. Und: Mit der neuen bundesweiten Steuer-Identifikationsnummer für jeden Bürger hätten sich Melderegister bereinigt, indem beispielsweise Doppelnennungen beseitigt wurden.

Ende 1990 lebten in Deutschland 79,8 Millionen Menschen. Infolge der Öffnung Osteuropas und des Balkankrieges wuchs die Bevölkerung durch Zuwanderung. Der Höchststand war 2002 mit 82,5 Millionen erreicht. Seitdem schrumpft die Bevölkerung. Erstmals seit der Wende verzeichnen auch Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein Rückgänge. Besonders betroffen ist der Osten: In Sachsen-Anhalt sank die Einwohnerzahl um 1,3 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern um 1 Prozent, in Thüringen um 0,9, in Sachsen um 0,7 und in Brandenburg um 0,6 Prozent. obs/dpa

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