Politik : EKD-Präses verteidigt den Papst

Berlin - Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, findet den Boykott der Rede des Kirchenoberhaupts im Bundestag am Donnerstag durch einen großen Teil der Opposition „ziemlich kleinkariert“. Der Bundestag habe den Papst eingeladen. „Und jetzt sagt ein ziemlich relevanter Teil des Bundestages nein, das hören wir uns nicht an (...) Das ist wirklich kleines Karo“, sagte Schneider in Berlin. Zu der am Donnerstag geplanten Protestkundgebung gegen Papst Benedikt XVI. erwarten die Veranstalter indes bis zu 20 000 Teilnehmer. „Es wird eine Mischung aus klassischer Demonstration und dem Umzug beim Christopher Street Day sein“, kündigte der Sprecher der 65 in einem Bündnis zusammengeschlossenen Organisationen, Robert Kastl, am Montag in Berlin an. Nach dem Verbot der Auftaktkundgebung am Brandenburger Tor, das die Polizei mit den notwendigen Sicherheitsmaßnahmen für den Papst begründete, wurde die Auftaktversammlung an den Potsdamer Platz verlegt. Zeitgleich zur Rede von Benedikt XVI. im Bundestag werden dort ab 16 Uhr fünf Redner das Wort ergreifen. Dazu zählen die Vorstandsvorsitzende der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes und frühere Grünen-Politikerin Irmingard Schewe-Gerigk und die Theologin Uta Ranke-Heinemann, der die katholische Kirche die Lehramtsbefugnis entzogen hatte. Nach einem rund anderthalbstündigen Zug vorbei am Denkmal für die in der NS-Zeit ermordeten Schwulen und Lesben sowie am Holocaust-Mahnmal und über den Boulevard „Unter den Linden“ ist die Abschlusskundgebung vor der katholischen Hedwigskathedrale vorgesehen. Dort spricht abends der Kirchenkritiker Michael Schmidt-Salomon. dpa

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