Politik : EKD-Vorsitzender: Rücktritte irritieren die Menschen

Hamburg - Die Rücktritte der Bischöfinnen Margot Käßmann und Maria Jepsen schaden nach Ansicht des EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Nikolaus Schneider, der Kirche. Die Menschen seien irritiert, dass so etwas überhaupt in der Kirche vorkomme, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Sonnabend dem NDR. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion und Fachsprecher Kirchen und Religionen, Wolfgang Beuß, betonte, er finde Jepsens Schritt „konsequent und richtig“. Missbrauchsopfer und deren Angehörige haben unterdessen erklärt, sie könnten keine unmittelbare Schuld von Frau Jepsen im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in Ahrensburg bei Hamburg feststellen. „Erst in den letzten Tagen haben wir erfahren, dass Frau Jepsen gar keine Weisungsbefugnis in das Kirchenamt hinein hat“, hieß es in einer am Sonnabend verbreiteten Presseerklärung der Betroffeneninitiative Missbrauch in Ahrensburg. Der strukturelle Aufbau der nordelbischen Kirche sei die wesentliche Ursache dafür, dass die schrecklichen Taten in Ahrensburg über so lange Zeit hätten geschehen können.

In den vergangenen Tagen war die Bischöfin im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen Pastor in Ahrensburg immer stärker in die Kritik geraten. Der Pastor soll vor allem in den 80er Jahren Jungen und Mädchen missbraucht haben. Die Bischöfin will von den Vorwürfen erst im Frühjahr 2010 erfahren haben; eine Zeugin will sie jedoch bereits 1999 informiert haben. dpa

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