Elfenbeinküste : Blauhelme rüsten auf

Die Vereinten Nationen haben sich offenbar schon seit mehreren Wochen auf die Eskalation der Kämpfe zwischen den Anhängern des abgewählten Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, und seines Gegenspielers Alassane Ouattara eingestellt.

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Bewaffnete Milizen unterstützen den gewählten Präsidenten Alassane Ouattara. Die UN ist mit Blauhelmtruppen zum Schutz der Zivilbevölkerung vor Ort, gibt sich aber unparteiisch.
Bewaffnete Milizen unterstützen den gewählten Präsidenten Alassane Ouattara. Die UN ist mit Blauhelmtruppen zum Schutz der...Foto: AFP

Nach außen bemüht sich die UN darum, trotz der Angriffe auf die Stellungen des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo den Anschein der Neutralität zu wahren. Intern hat man sich offenbar schon lange auf die drohende Eskalation zwischen Anhängern des neu gewählten Präsidenten Ouattara und den Truppen des Amtsinhabers Gbagbo vorbereitet. Das geht aus einem Genehmigungsantrag für eine Waffenlieferung von Ende März im Auftrag der UN-Mission in der Elfenbeinküste (Unoci) hervor, der dem Tagesspiegel vorliegt. Danach sollte eine Maschine der aserbaidschanischen Frachtfluggesellschaft „Silk Way Airlines“ Tränengas, Leuchtmunition und Kartuschen aus Bangladesch, Pakistan und Jordanien zwischen dem 25. und 28. März nach Bouaké im Zentrum der Elfenbeinküste transportieren.

Bangladesch, Pakistan und Jordanien nehmen am UN-Einsatz in der Elfenbeinküste teil. Bouaké ist indes die Hochburg der Rebellen der Forces républicaines (FRCI), die den international anerkannten Wahlsieger Ouattara unterstützen. Offenbar bot sich die Stadt Ende März als Zielort für die Waffenlieferung an, weil die Blauhelmsoldaten zu diesem Zeitpunkt den Flughafen der Wirtschaftsmetropole Abidjan im Süden noch nicht unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Der Sprecher der UN-Mission in dem westafrikanischen Land, Hamadoun Touré, wollte die Lieferung am Dienstag nicht bestätigen. Er sagte aber, dass die Blauhelmsoldaten über alle nötigen militärischen Mittel verfügten.

Auch wenn UN-Truppen gemeinsam mit französischen Soldaten Stellungen Gbagbos angriffen, versuchen die Vereinten Nationen den Eindruck einer Parteinahme in dem bürgerkriegsähnlichen Konflikt zu vermeiden. Die UN-Blauhelmtruppen operierten völlig unabhängig vom Einsatz der Truppen Ouattaras, sagte Unoci-Sprecher Touré dem Tagesspiegel.

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