Politik : Elian: US-Gericht lehnt Asylanhörung für kubanischen Flüchtlingsjungen ab

Der kubanische Flüchtlingsjunge Elian Gonzalez hat nach der Entscheidung eines Berufungsgerichtes in Atlanta kein Recht auf eine Asyl-Anhörung. In der Entscheidung des 11. Bezirks-Berufungsgerichts in Atlanta vom Donnerstag hieß es, der Vater des Sechsjährigen habe das Recht, für seinen Sohn zu sprechen.

Damit sind die Aussichten dafür, dass der sich ebenfalls in den USA aufhaltende Vater seinen Sohn mit zurück nach Kuba nehmen kann, gestiegen. Die im US-Bundesstaat Miami lebenden Verwandten des Sechsjährigen, die verhindern wollen, dass der Sechsjährige nach Kuba zurückkehrt, hatten das Gericht in Atlanta angerufen. Der Großonkel der Flüchtlingsjungen hatte den Asylantrag gestellt.

Die Verwandten können nun Einspruch gegen die Entscheidung einlegen und versuchen, den Fall vor den Obersten Gerichtshof zu bringen. Der Anwalt der Verwandten hatte erklärt, Elian wolle in den USA bleiben. Sollte er nach Kuba zurück müssen, werde er darunter leiden, dass seine Mutter als Verräterin angesehen werde, weil sie mit dem Jungen von der Insel geflüchtet war. Elians Mutter und sein Stiefvater waren bei der Flucht aus Kuba ertrunken. Elian war zunächst bei seinen Verwandten untergekommen. Um das Kind war ein monatelanger juristischer und politischer Streit entbrannt, in den sich auch US-Präsident Bill Clinton und Cubas Staatschef Fidel Castro eingeschaltet hatten. Schwer bewaffnete US-Sicherheitskräfte hatten den Jungen am 22. April mit Gewalt aus dem Haus seines Großonkels in Miami geholt. Dieser hatte zuvor eine von der Regierung gesetzte Frist zur Übergabe des Jungen verstreichen lassen. Seitdem lebt der Junge bei seinem leiblichen Vater, der in die USA reiste, um für die Rückkehr seines Sohnes zu streiten.

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