Politik : Eltern sollen länger bei Kindern sein

Felicia Bryson

Berlin - Eltern haben zu wenig Zeit für ihre Kinder. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), die am Dienstag über die bessere Förderung und den Ausbau von haushaltsnahen Dienstleistungen sprach. Die Ministerin sagte, dass sie eine bessere steuerliche Förderung erwarte, um Familien zu unterstützen und ihnen Vermittlungsangebote für Dienstleistungen sowie Haushaltshilfen näherzubringen, da diese „noch völlig intransparent“ seien. Kinderbetreuung „besonders in Schulen“ wäre wichtig, um Eltern von ihren zeitraubenden Alltagsaufgaben zu entlasten. Auch das „Zeitmuster der Arbeitswelt“ könne trotz hoher Effizienzanforderungen kinderfreundlich gestaltet werden, fügte von der Leyen hinzu.

Seit Beginn der Aktion „Für ein kindergerechtes Deutschland“ im April 2008 hätten sich 1700 Firmen dem Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ angeschlossen. Nach Angaben der Ministerin fehlt fast drei Vierteln aller berufstätigen Eltern die Zeit, ihren Alltag kindergerechter zu gestalten und mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Während der Woche verbringen nach der Umfrage von Infratest dimap nur zehn Prozent der Mütter und ein Drittel der Väter weniger als zwei Stunden mit ihren Kindern. Ernährung sei ein zentrales Thema, sagte von der Leyen, denn „Spaß am Essen“ sorge nicht nur für Gesundheit, sondern auch für das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen. Eltern hätten demnach auch mehr Zeit, mit ihren Kindern Mahlzeiten vorzubereiten, da 47 Prozent der befragten Eltern ihre Kinder nicht bei der Auswahl und Zubereitung des Essens miteinbeziehen. Die Initiative für mehr Kindergerechtigkeit ein politisches wie auch ein gesellschaftliches Netzwerk schaffen. Felicia Bryson

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