Politik : „Eltern sollten über Klagen nachdenken“ Der Bundeselternrat fordert

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Der Länder-Schulvergleich zeigt riesige Qualitätsunterschiede. Was empfehlen Sie den Eltern?

Bei diesen Ergebnissen kann man nicht mehr von vergleichbaren Lebensverhältnissen in Deutschland sprechen. Wenn die Bildungschancen für Kinder etwa in Bayern und Bremen so unterschiedlich sind, müssen sich die Eltern in den Ländern mit miserablen Bedingungen überlegen, beim Bundesverfassungsgericht zu klagen. Das Grundgesetz sieht vor, dass der Bund für vergleichbare Lebensverhältnisse zu sorgen hat.

Was heißt das konkret?

Länder mit schlechtem Schulangebot müssen bessere Bedingungen schaffen. Sie müssen mehr in ihre Schulen investieren, besonders in die Lehrerausbildung. Nach allem, was wir wissen, ist das für die Qualität des Unterrichts ein entscheidender Faktor. Wenn es beim jetzigen Leistungsbild bleibt, werden Eltern, die auf die Zukunft ihrer Kinder schauen, künftig sogar umziehen, um bessere Schulen für ihre Kinder zu finden. Innerhalb von Großstädten geschieht das schon.

Was vermissen die Eltern nach Ihren Erfahrungen besonders in den Schulen?

Es fehlt sowohl am Fördern als auch am Fordern. In Finnlands Schulen lautet die Grundphilosophie: „Wir dürfen kein Kind verlieren“. Das brauchen wir auch in Deutschland; denn die leistungsstarken Schüler profitieren ebenfalls davon. Und die Lehrer müssen die Leistungen der Kinder stärker einfordern. Zum Teil werden ja nicht einmal Hausaufgaben kontrolliert.

Plädieren Sie dafür, dass der Bund stärker für die Schulpolitik zuständig wird?

Der Elternrat fordert bundesweit gültige Standards und Leistungsvergleiche als Qualitätskontrolle. Und eine Schulreform im Dialog statt neuer Kompetenzstreitigkeiten.

Das Gespräch führte Bärbel Schubert.

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