Politik : Empörung nach Attacken auf Juden

Berlin - Nach einer Steinwurfattacke von Jugendlichen auf eine jüdische Tanzgruppe in Hannover haben sich Politiker und Verbandsvertreter entsetzt geäußert. Niedersachsens Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) zeigte sich „tief bestürzt“. Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, sagte, sie sei „besonders traurig“, dass antisemitische Einstellungen bei Kindern und Jugendlichen „in dieser Vehemenz“ aufträten.

Nach Angaben der Polizei hatten mehrere Jugendliche und junge Männer bei einem Straßen- und Kulturfest am Samstag eine achtköpfige jüdische Tanzgruppe angegriffen. Sie warfen Steine auf die Bühne und riefen antisemitische Parolen, wobei sie auch ein Megafon einsetzten. Eine Tänzerin wurde am Bein getroffen und leicht verletzt. Die Tanzgruppe brach daraufhin die Vorführung ab. Die Stadt erstattete Anzeige gegen unbekannt.

Die Polizei, die wegen Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt, identifizierte zunächst zwei Tatverdächtige im Alter von 14 und 19 Jahren. Bei dem Jüngeren handele es sich um einen Deutschen, sagte eine Sprecherin. Der Ältere sei ein Deutscher mit nordafrikanischem Migrationshintergrund. Der 14-Jährige war den Beamten zufolge bereits wegen Eigentums- und Rohheitsdelikten in Erscheinung getreten. Die Polizei ermittelte außerdem noch vier weitere Tatverdächtige. Es handelt sich dabei um einen neun und zwei elf Jahre alte Jungen sowie um einen 16 Jahre alten Jugendlichen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Polizei geht von insgesamt neun Tätern aus. AFP/epd/ddp

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