Politik : Empörung über Äußerung von RAF-Terrorist

Berlin - Die Äußerungen des ehemaligen RAF-Terroristen Rolf Clemens Wagner zur Entführung des später ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer sind auf scharfe Kritik gestoßen. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte der „Bild“-Zeitung: „Es ist ungeheuerlich, dass selbst 30 Jahre danach einige der Täter immer noch nicht einsehen, welch schrecklichen Irrweg sie gegangen sind und als Mörder unendliches Leid in viele Familien getragen haben.“ Schlimm sei auch, „dass diese Familien nicht nur unter den furchtbaren Ereignissen damals, sondern auch unter den schrecklichen Äußerungen von heute leiden müssen“.

Der mehrfach verurteilte Wagner hatte die Entführung Schleyers von 1977 als richtig bezeichnet. „Manche Ergebnisse unserer Überlegungen bleiben aus heutiger Sicht richtig, wie die Entscheidung, Hanns Martin Schleyer zu entführen. Der wurde mit seiner SS-Geschichte als Wehrwirtschaftsführer in besetzten Gebieten und seiner aktuellen Funktion als Aussperrer und Präsident des Unternehmerverbands ja nicht zufällig ausgesucht“, sagte Wagner der „Jungen Welt“. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte: „Noch heute löst die Tat Bestürzung, Unverständnis und Trauer aus.“ Schleyer sei ein vehementer Verfechter des Prinzips „Freiheit in Verantwortung“ gewesen. Für ihn habe zur wirtschaftlichen Freiheit zwingend soziale Verantwortung des Unternehmers gehört. dpa

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