Endlager Gorleben : Gabriel sucht neuen Standort

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat der Union ein Angebot im koalitionsinternen Konflikt um die Suche für ein Atommüll-Endlager gemacht. Derzeit wird Gorleben nicht weiter erkundet.

Berlin/Hannover - "Wenn die CDU/CSU die neue Standortsuche mitträgt, werde ich das Gorleben-Moratorium, also die Unterbrechung der Arbeiten im Erkundungsbergwerk, sofort aufheben", sagte Gabriel der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Er hält die Suche nach alternativen Standorten für erforderlich, weil für Gorleben in Niedersachsen kein Langzeit-Sicherheitsnachweis bestehe. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) fordert dagegen, zunächst keine weiteren potenziellen Endlager-Standorte zu prüfen.

Bis zur Sommerpause will Gabriel laut Zeitung die umstrittene Suche nach einem alternativen Standort durchsetzen. "Die Chancen auf Erfolg schätze ich auf 50 zu 50." Die Unions-Fraktion im Bundestag dringt darauf, die Erkundungsarbeiten in Gorleben möglichst schnell fortzusetzen. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg forderte die Stilllegung der Arbeiten in Gorleben, da der Salzstock wegen eines löchrigen Deckgebirges möglicherweise den Eintritt radioaktiver Stoffe in die Umwelt nicht verhindern könne.

Für den Bau des umstrittenen Atommüll-Endlagers Schacht Konrad in Niedersachsen hatte das Bundesverwaltungsgericht am Dienstag den Weg frei gemacht. Kommunen und Landwirte hatten vergeblich gegen das Endlager geklagt. (tso/ddp)

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