Energie : Atomstreit in der Koalition

In der großen Koalition sorgt der geplante Atomausstieg für Streit. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) kritisierte am Donnerstag die CDU-Vorstöße für längere Laufzeiten von Kernkraftwerken. Die stellvertretende Unions-Fraktionschefin Katherina Reiche mahnte dagegen, die SPD müsse in dieser Frage "zur Vernunft" kommen.

Berlin -  Bislang scheine der Koalitionspartner „in einem ideologischen Käfig gefangen“ zu sein. Gabriel sagte, mit dem „ewigen Wiederkäuen der alten Argumente“ werde kostbare Zeit und Energie vergeudet. Im Übrigen brauche am Ausstiegsgesetz überhaupt nichts verändert werden, um die neueren, sichereren Atomkraftwerke länger laufen zu lassen.

Reiche mahnte, Deutschland brauche einen „möglichst breiten Energiemix“, um die Preise stabil zu halten. Außerdem bedeute ein Verzicht auf die Kernenergie angesichts des Drucks auf die Braun- und Steinkohle durch die Auflagen im Emissionshandel, „dass wir unweigerlich in eine deutliche Abhängigkeit vom russischen Gas rutschen“. Auch der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, warb für Korrekturen am Atomausstieg. Angesichts weltweit knapper werdender Energie und wachsender Nachfrage könne sich Deutschland „den Luxus nicht leisten, aus ideologischen Gründen auf eine Energieform zu verzichten“. ddp

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