Energie : Mehr EU-Mittel für Energieforschung

Zudem plant Brüssel zusätzliche Förderung von Leitungsnetzen für Strom und Gas.

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Brüssel - Die für Energiefragen zuständigen Minister der EU-Staaten haben am Freitag zwei wichtigen Projekten ihren Segen gegeben. Zum einen sollen bis 2020 jährlich acht statt bisher drei Milliarden Euro in die Energieforschung fließen, die langfristig ein CO2-armes Wirtschaften möglich machen soll. Zum anderen besteht künftig eine Meldepflicht für Versorger, wenn sie in die Leitungsnetze für Strom und Gas investieren. Damit soll die EU-Kommission einen besseren Überblick bekommen, wo der Nachholbedarf bei der Energieinfrastruktur am größten ist.

Der neue EU-Energiekommissar Günther Oettinger zeigte sich erfreut über die „große Unterstützung“ für seine Pläne. Die Beschlüsse seien die Basis, um mehr Versorgungssicherheit, Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten, alternative Energiequellen und Energieeffizienz zu schaffen. Im EU-Haushalt ist jedoch erst die Hälfte des zusätzlichen Geldes eingestellt. Oettinger forderte daher eine „Kraftanstrengung aller Beteiligten“. Das Geld soll vor allem in „ausbaufähige Schlüsseltechnologien“ fließen. Dazu zählt die EU-Kommission Windkraft, Sonnenenergie, Elektrizitätsnetze, Bioenergie, CO2-Abscheidung und -speicherung sowie eine „zukunftsfähige Kernspaltung“.

Der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann verwies darauf, dass bei der Meldepflicht für Energieunternehmen wichtigen deutschen Bedenken Rechnung getragen wurde. So sei ein unsachgemäßer „Umgang mit kommerziell sensiblen Daten“ ebenso vermieden worden wie zusätzliche „Bürokratie durch Doppelungen mit anderen Berichtspflichten“. Ein besseres Bild über den aktuellen Netzzustand sei jedoch zwingend erforderlich. Christopher Ziedler

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