Energie : Röttgen hält offenbar Studie über früheren Atomausstieg zurück

26.05.2011 12:04 Uhr
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat sich noch nicht auf ein Datum für den Atomausstieg festgelegt. Foto: dpa
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat sich noch nicht auf ein Datum für den Atomausstieg festgelegt. - Foto: dpa

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hält laut dpa eine Studie über einen problemlos machbaren Atomausstieg bis 2017 unter Verschluss.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin aus Ministeriumskreisen. Die Studie war vom Umweltbundesamt (UBA) erstellt worden, das Röttgen untersteht.

Das Umweltbundesamt sieht dem Vernehmen nach nicht die Gefahr massiv steigender Strompreise und auch keine technischen Probleme, sollte der letzte Meiler bis 2017 vom Netz gehen. Röttgen hat bisher keine Aussagen getroffen, bis wann er einen Atomausstieg für möglich hält. Die schwarz-gelbe Bundesregierung will der Arbeit der Ethikkommission nicht mit Jahreszahlen vorgreifen.

Daher könnte das Zurückhalten der Studie auch damit zusammenhängen.

Eine Sprecherin von Röttgen betonte, die Regierung nehme den vereinbarten Prozess beim Atomausstieg und die daran beteiligten Personen ernst. "Der Bundesumweltminister hat selbst bewusst noch keine Zahl für den Ausstieg genannt, das gilt selbstverständlich auch für die nachgeordneten oberen Bundesbehörden." Wie die dpa erfuhr, soll die Studie nach dem Bericht der Ethikkommission öffentlich gemacht werden. Im Umweltministerium und im UBA arbeiten noch viele Beamte, die den Grünen und der SPD nahe stehen. Daher kann das jetzige Bekanntwerden dieses Vorgangs interessengeleitet sein, um Druck auf Röttgen auszuüben, bei der anstehenden Atomentscheidung einen möglichst ambitionierten Atomausstieg durchzusetzen.

Auf eine bereits am Dienstag gestellte dpa-Anfrage, warum die Studie nicht veröffentlicht werde, äußerte sich das Umweltbundesamt bisher nicht. Die Studie war im April angekündigt worden, nachdem UBA-Präsident Jochen Flasbarth in Interviews berichtete hatte, ein Ausstieg bis 2017 sei machbar. (dpa)

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