Politik : Energie- und Klimapolitik: US-Regierung nennt Abkommen von Kyoto "unfair"

Die amerikanische Regierung bleibt offenbar bei ihrem Nein zum Klimaprotokoll von Kyoto. Die Leiterin der Umweltbehörde Epa, Christie Whitman, bezeichnete die Vereinbarung aus dem Jahr 1997 am Dienstag bei einem Gespräch mit einer ranghohen EU-Delegation als "unfair" gegenüber den USA und anderen Industriestaaten. Sie versprach jedoch eine Zusammenarbeit bei der Suche nach Technologien, um der weltweiten Klimaveränderung entgegenzuwirken.

Zum Thema Rückblick: Der gescheiterte Klimagipfel in Den Haag Whitman sagte nach der Unterredung in Washington, die Regierung suche nach Möglichkeiten, wie man der Konzentration der Treibhausgase in der Erdatmosphäre begegnen könne. Die USA würden dabei "konstruktiv" mit ihren Freunden und Verbündeten zusammenarbeiten. Präsident George W. Bush hatte im März mit seiner Absage an das Kyoto-Protokoll internationale Kritik hervorgerufen. Die EU-Delegation wollte mit ihren Gesprächen die US-Regierung dazu bewegen, ihre Abkehr vom Kyoto-Protokoll noch einmal zu überdenken. Angeführt wurde die Abordnung von EU-Umweltkommissarin Margot Wallström und dem schwedischen Umweltminister Kjell Larsson, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne hat.

Die 1997 von der UN-Klimakonferenz in Kyoto beschlossene Vereinbarung verpflichtet die Industrieländer, den Ausstoß von sechs Treibhausgasen bis 2012 weltweit um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Als Voraussetzung für die Ratifizierung des Abkommens gelten Vereinbarungen zur konkreten Umsetzung, über die im Juli in Bonn weiter verhandelt werden soll. Das Klimaprotokoll soll bis 2002 in Kraft treten. Dies ist nur möglich, wenn es von mindestens 55 Staaten ratifiziert wird.

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