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Energieeffizienz : Effizienzfirmen würden Grüne wählen

Verbandsumfrage zur Kompetenz der Parteien. Der Effizienz-Verband Deneff fragt einmal im Jahr die Mitgliedsfirmen, wie ihre Geschäftsprognosen sind. Diesmal wollte Deneff auch wissen, welche Relevanz die Bundestagswahl für sie hat.

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Mit einer pfiffigen Werbekampagne versucht das Wirtschaftsministerium seit einiger Zeit, Aufmerksamkeit für das Thema Energieeffizienz zu schaffen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Mit einer pfiffigen Werbekampagne versucht das Wirtschaftsministerium seit einiger Zeit, Aufmerksamkeit für das Thema...Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Bei Unternehmen, die ihr Geld mit Energieeffizienz verdienen, sind die Grünen ganz weit vorn. Die Unternehmensinitiative Energieeffizienz Deneff hat im Herbst von 159 Unternehmen Antworten auf zwei Fragen bekommen: Ist die Bundestagswahl für Ihr Geschäft relevant? Und: Welche Partei ist am kompetentesten, wenn es um Effizienz geht? Einmal im Jahr macht die Deneff bei ihren Mitgliedsunternehmen eine Umfrage über deren Geschäftserwartungen. Diesmal stellte sie noch ein paar Fragen mehr. Der Rücklauf von 159 Firmen entspricht in etwa den Rückläufen der vergangenen Jahre.

Drei Viertel der Unternehmen halten die Wahl für wichtig für ihr Geschäft. Kein Wunder. Denn Effizienzmärkte sind stark politisch getrieben. Dass die Unternehmen, die Dämmstoffe produzieren oder Heizungen verkaufen, den Grünen mit Abstand die größte Kompetenz zubilligen, freut die grüne Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden. „Wir sehen dieses Vertrauen als klaren Ansporn, weiter intensiv am Thema Energieeffizienz zu arbeiten“, sagte Verlinden. Dazu gehöre für sie ein „Gebäudeenergiegesetz, das den Klimaschutz ernst nimmt“.

In der Umfrage, die dem Tagesspiegel vorliegt, folgen CDU und SPD mit deutlichem Abstand aber nahezu gleichauf. Die FDP liegt vor der CSU; schlechter schnitten nur Linke und AfD ab.

Deneff-Geschäftsführer Christian Noll führt das schlechte Abschneiden der CSU darauf zurück, dass es in der endlosen Debatte um steuerliche Abschreibungen für die energetische Sanierung von Altbauten zuletzt die bayerische Staatsregierung war, die den bisher letzten Versuch einer Einigung darauf verhindert hatte.

Die FPD reagierte ausführlich auf die Umfrage und wirbt für mehr Marktwirtschaft. Energieeffizienz sei wichtig, erreicht werden solle sie mit Hilfe des Emissionshandels. „Es muss im Auge behalten werden, dass der deutsche Beitrag an der Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen sehr klein – im Bereich des Messfehlers – ist“, antwortet die FDP auf die Deneff-Umfrage. Und weiter: „Der deutsche Ehrgeiz, Vorbild im Klimaschutz zu sein, darf nicht einseitig zu Lasten unserer Haushalte und Unternehmen gehen.“

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