Energieversorgung : Gabriel: Längere Laufzeiten für moderne Atomkraftwerke

Alte Atommeiler abschalten und neuere Kraftwerke dafür länger laufen lassen? Genau das schlägt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel den Energieversorgern in Deutschland vor. Die Kraftwerksbetreiber betrachten den Vorschlag mit Skepsis.

Sigmar Gabriel
Umweltminister Sigmar Gabriel. -Foto: ddp

LeipzigBundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) fordert die Energieversorgungsunternehmen zur Abschaltung alter Atomkraftwerke auf. Nach dem Atomausstiegsgesetz könnten dann neue Anlagen länger laufen, sagte Gabriel der "Leipziger Volkszeitung".

"Ich habe schon vor einem Jahr vorgeschlagen, die sieben ältesten Meiler abzuschalten und deren Laufzeit auf die neun jüngeren zu übertragen. Das könnten die Betreiber freiwillig und ohne Genehmigung sofort tun, um die Laufzeiten der sichersten Reaktoren weit über 2020 hinaus zu verlängern und damit viel Geld zu verdienen", sagte der Minister.

Bürger sind für Atomausstieg

Den Betreibern würden so Nachrüstungen erspart und sie könnten genauso viel Atomstrom produzieren wie zuvor, sagte Gabriel. "Dafür wäre dann das atomtechnische Risiko in Deutschland beträchtlich verringert. "Die Energieversorgungsunternehmen haben dies abgelehnt, weil sie wohl auf andere Mehrheiten nach der nächsten Bundestagswahl spekulieren", sagte der Minister.

Seriöse Untersuchungen zeigten jedoch, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Atomkraft nach wie vor für zu gefährlich halte und dem 2000 vereinbarten allmähliche Atomausstieg zustimme. Das Argument, dass Atomstrom die Energiepreise senke, nannte Gabriel ein Märchen. "Schließlich steigen die Preise heute, obwohl wir rund 25 Prozent Atomstrom haben", sagte er. (iba/ddp)

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