England : Auslöser für Maul- und Klauenseuche wird untersucht

Eine Analyse soll klären, ob die in England aufgetretene Maul- und Klauenseuche durch einen Virus ausgelöst wurde, der aus einem Forschungslabor stammt. In Deutschland wurden erste Bauernhöfe unter Beobachtung gestellt.

LondonNach dem erneuten Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in England warten die Experten gespannt auf die Ergebnisse der Analyse des Virus. Diese wurde für heute, spätestens morgen erwartet. Die Behörden gehen bislang davon aus, dass ein Virus aus einem Labor für den Ausbruch der Tierseuche verantwortlich ist. Der Virusstamm, der in mehr als 60 getöteten Rindern eines südenglischen Bauernhofs nachgewiesen wurde, gleicht dem, der in einer nahe gelegenen Forschungseinrichtung verwendet wurde. Dies berichtete der britische Premierminister Gordon Brown am Sonntag. Endgültige Klarheit werde es aber erst nach Abschluss der Analysen geben.

In Deutschland liefen vorsorglich Schutzmaßnahmen an. Einige Bauernhöfe wurde unter Beobachtung gestellt. Der britische Premierminister betonte, es seien rasch umfassende Maßnahmen zur Eindämmung der Maul- und Klauenseuche (MKS) eingeleitet worden. Ziel sei es nun, sie vollständig unter Kontrolle zu bringen und schließlich auszumerzen. Experten vermuteten, dass MKS-Viren vom Typ 01 BFS67 aus einem Labor der weltweit tätigen US-Firma Merial Animal Health in der Ortschaft Pirbright auf die Herde des nur fünf Kilometer entfernten Viehbetriebes übergesprungen sind. Dabei handelt es sich um abgeschwächte Erreger für Impfstoffe gegen die Seuche.

In Deutschland untersuchten die Behörden fünf Transporte mit rund 40 Tieren von der Insel aus den vergangenen Wochen. Sie seien nach Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein gegangen, sagte am Sonntagabend ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Berlin. Es handele sich um einen Transport mit einem Rind aus Schottland sowie um vier Transporte mit insgesamt 39 Schafen. Von den betroffenen Höfen dürfen derzeit keine Tiere wegtransportiert werden. Zudem stellten die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern ein aus Großbritannien eingeführtes Pferd unter Quarantäne.

Auch in Bayern ordneten die Behörden für zwei Betriebe, die Tiertransporte aus England erhalten hatten, vorsichtshalber die Beobachtung an. Die zuständigen Umweltministerien sprachen von "reinen Vorsichtsmaßnahmen". Nach Angaben des Bundesagrarministeriums deuten alle Anzeichen darauf hin, dass die importierten Tiere nicht von MKS befallen sind. Die Tiere stammten nicht aus der Region in Südengland, in der jetzt die Seuche ausgebrochen ist, sagte der Sprecher. "Aber selbstverständlich wird alles geprüft." (mit dpa)

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