Politik : Entführer auf den Philippinen fordern "islamischen Staat"

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Nach mehr als drei Wochen Geiselhaft auf der Insel Jolo ist der Zustand der Deutschen Renate Wallert nach Darstellung ihres Ehemannes dramatisch. Sie haluzioniere und glaube, "dass sie sich in Deutschland befindet und mit ihren Kindern spricht. Wenn sie das Bewusstsein wiedererlangt, stößt sie Schreie aus und schluchzt", erzählte Werner Wallert unter Tränen, wie die französische Korrespondentin Florence Compain nach einem Besuch der Geiseln am Dienstag berichtete. Viele der Geiselnehmer versuchten, sich an den entführten Frauen zu vergreifen. Die Gefangenen durften am Dienstag mit ihren Angehörigen erstmals telefonieren. Journalisten, die zu den Geiseln vorgedrungen waren, stellten dafür ihre Funktelefone zur Verfügung.

Die Entführer stellten indes neue Forderungen. Sie wollten nun Gespräche auf "neutralem Boden" über Unabhängigkeit von den Philippinen. Lösegeld würde keine Rolle spielen, versicherte ein Rebellenführer am Dienstag vor Journalisten auf Jolo. Das Recht des Bangsamoro-Volkes auf Jolo auf einen eigenen "islamischen Staat" müsse international anerkannt werden. Der philippinische Präsident Joseph Estrada reiste ungeachtet der Geiselnahme und trotz Kritik zu einem fünftägigen Besuch nach China.

Nach Angaben der französischen Geisel Loisy sind die Entführer kaum älter als 17 Jahre. "Das sind Kinder, die sich in einem Film wähnen und mit ihren Stirnbändern und Metallplaketten auf der Brust für Rambo halten, aber die denken nicht sehr viel." Einen Chef gebe es unter ihnen nicht: "Das ist immer der, der am lautesten schreit."Mehr dazu unter

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