Entführte Deutsche im Irak : In Geiselhaft im Zweistromland

Seit 2003 sind insgesamt fünf Deutsche im Irak verschleppt worden. Über Lösegeldzahlungen der Bundesregierung wurden nie offizielle Angaben gemacht.

BagdadNach mehr als fünf Monaten in der Gewalt von Entführern im Irak ist die Deutsche Hannelore Krause wieder in Freiheit. Ihr Sohn Sinan befindet sich jedoch weiterhin in Geiselhaft. Seit dem Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein im Jahr 2003 wurden bisher insgesamt fünf Deutsche im dem Land verschleppt. Im Folgenden ein Überblick:
  
Hannelore Krause und ihr Sohn Sinan:
Die seit Jahren im Irak lebende Hannelore Krause und ihr Sohn Sinan wurden am 6. Februar 2007 aus ihrem Haus in Bagdad verschleppt. Ihre Entführer meldeten sich unter dem Namen "Brigade der Pfeile der Rechtschaffenheit" und drohten in zwei Videobotschaften ultimativ mit der Hinrichtung der beiden Geiseln, falls Deutschland nicht  rasch seine Truppen aus Afghanistan abzieht. Seit Dienstag ist Hannelore Krause wieder in Freiheit und wird von der deutschen Botschaft in Bagdad betreut.
  
René Bräunlich und Thomas Nitzschke: Die Leipziger Ingenieure wurden am 24. Januar 2006 in Baidschi rund 200 Kilometer nordwestlich von Bagdad verschleppt. Sie sollten dort für die sächsische Firma Cryotec eine Industrieanlage übergeben. Die beiden Männer kamen nach dreieinhalb Monaten frei. Die Entführer der Gruppe Anhänger der göttlichen Einmaligkeit und der Sunna hatten in vier Videobotschaften Ultimaten gesetzt und Forderungen gestellt. Unter anderem wurde von der Bundesregierung verlangt, die deutsche Botschaft in Bagdad zu schließen, alle deutschen Firmen aus dem Irak abzuziehen und die Zusammenarbeit mit den irakischen Behörden einzustellen.
  
Susanne Osthoff: Die 43-jährige Archäologin wurde am 25. November 2005 gemeinsam mit ihrem irakischen Fahrer in der nordirakischen Provinz Ninive entführt. Nach mehr als dreiwöchiger Geiselhaft wurde sie freigelassen. Die Hintergründe der Entführung und die genauen Umstände der Freilassung sind bis heute unklar. Osthoff sagte später, ihre Kidnapper hätten aus "politischen Motiven" gehandelt und humanitäre Hilfe für ein von Sunniten bewohntes Gebiet verlangt.
  
Lösegeld: Laut eines Berichts der britischen Tageszeitung "Times" bezahlte die deutsche Regierung für die Freilassung von Bräunlich und Nitzschke fünf Millionen Dollar, für die Freilassung von Osthoff drei Millionen Dollar. Die Bundesregierung bestritt die Zahlung von  Lösegeld. (mit AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben