Entführte Mädchen in Nigeria : Boko-Haram-Chef droht in neuem Video

Der Anführer der Islamistengruppe Boko Haram hat sich erneut per Video zu Wort gemeldet: Er fordert, dass alle inhaftierten Islamisten freigelassen würden - nur dann könnten die Mädchen freikommen.

Ein Screenshot aus dem Boko-Haram-Video, das wohl die entführten Mädchen zeigt.
Ein Screenshot aus dem Boko-Haram-Video, das wohl die entführten Mädchen zeigt.Foto: AFP

Die Islamistengruppe Boko Haram hat am Montag ein neues Video veröffentlicht, das ihren Angaben nach die von ihr entführten Schulmädchen zeigt. Der Boko-Haram-Führer Abubakar Shekau sagt in dem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Video, die Mädchen seien zum Islam konvertiert und würden nur freikommen, wenn im Gegenzug alle inhaftierten Islamisten freigelassen würden.

In dem 17-minütigen Video sind rund 130 Mädchen mit einem Ganzkörperschleier beim Gebet an einem unbekannten ländlichen Ort zu sehen.

Nigerianische Regierung unter starkem Druck

Kämpfer von Boko Haram hatten Mitte April eine Schule im Nordosten Nigerias überfallen und 276 Schülerinnen verschleppt; 223 werden noch immer vermisst. Vor einer Woche entführte die Gruppe elf weitere Mädchen. Die USA, Großbritannien und Frankreich schickten inzwischen Polizei- und Militärexperten nach Nigeria, um bei der Suche nach den Mädchen zu helfen. Die nigerianische Regierung war unter starken internationalen Druck geraten, weil sie nur zögerlich auf die Entführung reagiert hatte.

Die radikalislamische Gruppe Boko Haram, die auch als Taliban Nigerias bezeichnet wird, verübt seit 2009 immer wieder Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen und Schulen.
Allein in diesem Jahr wurden etwa 1500 Menschen bei Angriffen der Gruppe getötet. Das ursprüngliche Ziel von Boko Haram, einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias zu errichten, ist angesichts der Gewalt zunehmend in den Hintergrund getreten. (AFP)

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