• Entführung auf Jolo: Lorenz soll diese Woche freikommen - Angeblich muss für den "Spiegel"-Reporter kein Lösegeld gezahlt werden

Politik : Entführung auf Jolo: Lorenz soll diese Woche freikommen - Angeblich muss für den "Spiegel"-Reporter kein Lösegeld gezahlt werden

Der auf der philippinischen Insel Jolo entführte "Spiegel"-Reporter Andreas Lorenz soll noch diese Woche frei kommen. Das sagten die moslemischen Entführer nach Angaben eines philippinischen Regierungsvermitters am Donnerstag zu. Für Andreas Lorenz, der am Sonntag entführt worden war, soll demnach kein Lösegeld gezahlt werden. Der Vermittler war nach eigenen Angaben am Donnerstagnachmittag zu dem Versteck der Entführer von der Rebellengruppe Abu Sayyaf gereist.

Abu-Sayyaf-Anführer Galib Andang versicherte den Angaben des Vermittlers zufolge, dass alle 37 Geiseln, darunter drei Mitglieder der deutschen Familie Wallert, noch am Leben seien. Der Vermittler selbst bekam die Geiseln nicht zu Gesicht. Der "Spiegel" will sich erst zu dem Fall äußern, wenn Lorenz tatsächlich frei kommt. Das sagte ein Sprecher des Magazins der Nachrichtenagentur AFP auf Anfrage.

Die islamistischen Geiselnehmer auf Jolo widersprachen Angaben der Regierung in Manila, sie hätten auch eine Besuchergruppe christlicher Missionare gefangen genommen. Ein Sprecher der Rebellen sagte am Donnerstag einem Rundfunksender, die Prediger seien freiwillig zu den anderen Geiseln gekommen, um für sie zu beten und zu fasten, und sie könnten auch nach eigenem Gutdünken wieder gehen.

Die 13 Mitglieder der Bewegung "Kreuzzug für die Wunder Jesu" waren in der Nacht zum Sonntag in das Lager der Abu Sayyaf auf Jolo gereist. Die Bewegung hat in den überwiegend katholischen Philippinen mehrere Zehntausende Anhänger. Der philippinische Verteidigungsminister Orlando Mercado sagte am Mittwoch, nach seinen Informationen würden die Prediger als Geiseln festgehalten. Ein Militärsprecher erklärte, die Abu Sayyaf verlange für ihre Freilassung sieben Millionen Peso (umgerechnet etwa 330 000 Mark).

Ein ursprünglich für Donnerstag geplantes Treffen der Geiselnehmer mit Beauftragten der Regierung wurde wegen schlechten Wetters auf Freitag verschoben. Der libysche Unterhändler Radschab Assaruk sagte am Mittwoch in der philippinischen Hauptstadt Manila, er hoffe, die Gespräche in zwei bis drei Tagen abschließen zu können. Das Auswärtige Amt in Berlin sprach von stetigen Fortschritten.

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