Entführung in Afghanistan : Deutsche Geisel wurde erschossen

Der in Afghanistan entführte Ingenieur wurde umgebracht. Der Obduktionsbericht widerlegt die Behauptung, er sei einem Kreislaufkollaps erlegen. Auf den Mann wurde gefeuert nachdem er zusammengebrochen war.

BerlinDer während der Geiselhaft in Afghanistan gestorbene deutsche Bauingenieur wurde durch Schüsse getötet. Das ergab nach Angaben des Auswärtigen Amtes die Obduktion des Leichnams von Rüdiger D. im Institut für Rechtsmedizin in Köln. Ein Sprecher des Ministeriums teilte in einer Presseerklärung mit, dass der Mann laut Untersuchungsergebnis zunächst einen Kreislaufzusammenbruch erlitten habe. Dies alleine habe aber nicht zu seinem Tod geführt. "

Auf das noch lebende Opfer wurde nach dessen Zusammenbruch zwei Mal geschossen", heißt es in der Erklärung. Danach seien noch vier weitere Schüsse auf den Körper von D. abgefeuert worden, der an Diabetes gelitten haben soll. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) reagierte erschüttert auf das Ergebnis der Obduktion. "Die letzten Stunden des Verstorbenen waren ein Martyrium. Seine Entführer haben ihn grausam in den Tod getrieben, seinem Leben schließlich in verbrecherischer Weise ein Ende bereitet", sagte Steinmeier während seiner Westafrika-Reise in Accra, Ghana. "Dieses Verbrechen darf nicht ungesühnt bleiben", fügte er an. Nach der Obduktion gebe es für die Angehörigen jedoch endlich Gewissheit über die Umstände des Todes.

Der Kollege des getöteten Ingenieurs befindet sich weiterhin in Geiselhaft. Die beiden waren am 18. Juli entführt worden. Unklar ist weiterhin, ob es sich bei den Entführern um radikalislamische Taliban oder Kriminelle handelt. (mit dpa)

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