Politik : Entführung in Frankfurt: Der kleine Jakob ist tot

Er wurde an einem See gefunden /Polizei verdächtigt einen Bekannten der Bankiersfamilie / 27-jähriger Student in Haft

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 Frankfurt (Main) (dpa/ro). Der Frankfurter Bankierssohn Jakob von Metzler ist vermutlich von einem Bekannten der Familie entführt und ermordet worden. Die Polizei hält einen 27 Jahre alten Jura-Studenten für den Alleintäter. Der Mann hatte die Polizei mit seinen Aussagen an einen See beim osthessischen Schlüchtern gelenkt. Dort fanden Beamte ein zusammengeschnürtes Bündel, in dem die Leiche Jakobs steckte. Nach ersten Ergebnissen der Obduktion ist der Junge entweder erwürgt worden oder ertrunken.

„Dieses menschenverachtende Verbrechen ist im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Frankfurt, zumindest in der jüngeren Geschichte, ohne Beispiel“, sagte Frankfurts Polizeipräsident Harald Weiss-Bollandt. „Die Mitarbeiter meiner Behörde haben in den vergangenen fünf Tagen alles Menschen mögliche getan, um Jakob von Metzler lebend und möglichst unversehrt an seine Eltern zu übergeben.“ Das Kind sei jedoch vermutlich noch am Tag der Entführung am vergangenen Freitag getötet worden. Er selbst habe die Eltern informiert. Sie hätten die schreckliche Nachricht mit „bewundernswerter Gefasstheit“ aufgenommen. Die Spurensicherung am Leichenfundort dauerte am Dienstag noch an.

Den Mord hat der Verdächtige bislang nicht explizit zugegeben. Nach Angaben des Ermittlungsleiters Gerhard Buddecker deuten aber viele Indizien und Bemerkungen auf seine Alleintäterschaft. Er soll auch das Lösegeld in Höhe von einer Million Euro persönlich abgeholt haben. Der Jura-Student im 13. Semester habe in jüngerer Zeit versucht, mit den Kindern der Familie Freundschaft zu schließen, sagte Oberstaatsanwalt Rainer Schilling. Dieses Ansinnen hätten die Kinder empört zurückgewiesen. Gegen den bereits wegen einer Straftat aufgefallenen Mann werde noch am Dienstag Haftbefehl wegen erpresserischen Menschenraubes und gegebenenfalls wegen Mordes beantragt. In seiner Wohnung hat die Polizei eine größere Menge Bargeld gefunden, dessen Herkunft aus dem Lösegeld geprüft wird. Drei weitere Verdächtige, die festgenommen worden waren, wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen sie könne kein dringender Tatverdacht begründet werden, erklärte Schilling.

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