Entführung : Österreichische Geiseln wieder frei

Vor 252 Tagen sind die beiden Österreicher während eines Tunesienurlaubs in der Sahara entführt worden. Jetzt sind die Geiseln aus Salzburg wieder frei. Der Freilassung gingen monatelange Verhandlungen mit den Entführern voraus.

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Wolfgang Ebner war nicht zum ersten Mal in der Sahara: Hier bei einer seiner früheren Touren.-Fotot: dpa

WienZwei seit Februar von angeblichen Al-Qaida-Extremisten im nordafrikanischen Wüstenstaat Mali als Geiseln festgehaltene Österreicher sind wieder frei. Dies bestätigte die österreichische Außenministerin Ursula Plassnik am Freitag in Wien. Der Salzburger Wolfgang Ebner (51) und seine Freundin Andrea Kloiber (43) befänden sich nach 252 Tagen in der Gewalt ihrer Entführer unter dem Schutz der malischen Armee und seien auf dem Weg in die Hauptstadt Bamako.

Das Paar wurde nach Angaben Plassniks in der Nacht zum Freitag nach monatelangen, zähen Verhandlungen freigelassen. "Jetzt geht es darum, ihre rasche und sichere Rückkehr nach Österreich zu organisieren", meinte die Ministerin. Noch am Freitag sollte ein Flugzeug Ebner und Kloiber aus Bamako zurück in die Heimat fliegen. Plassnik selbst wollte das Paar dort in Empfang nehmen.

Die Entführer forderten Wasser, Bodenschätzen und Wegerechte

Die Österreicher waren während eines Urlaubs in der Wüste von Tunesien von der wenig bekannten Gruppe "Al-Qaida" im Islamischen Maghreb" entführt worden. Die Kidnapper hatten ursprünglich die Freilassung von Gefolgsleuten gefordert. Später stellten sie eher materielle Forderungen, wie den Zugang zu Wasser, die Nutzung von Bodenschätzen und Wegerechte. Laut Medienberichten verlangte sie auch Lösegeld, das Außenministerium in Wien dementierte dies allerdings. Mehrmals standen Unterhändler beider Seiten vor einem erfolgreichen Abschluss, der jedoch immer wieder an Schwierigkeiten bei der Kommunikation und Übergabe der Geiseln scheiterte.

Der noch amtierende österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer zeigte sich "froh und erleichtert" über die Freilassung. Plassnik selbst dankte in einer Erklärung unter anderem dem Präsidenten Malis, Amadou Toumani Touré, und dem österreichischen Sonderbotschafter Anton Prohaska sowie dem Krisenstab ihres Ministeriums für ihre "unermüdlichen Bemühungen der letzte Monate". Bei den Verhandlungen mit den Entführern habe "die Sicherheit und Unversehrtheit der beiden Entführten" im Mittelpunkt gestanden. (bai/dpa)

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