Politik : Entschädigungsfond: Bisher 130 000 Mark für NS-Zwangsarbeiter privat eingezahlt

B,eskasse Bonn[Kontonummer 3],Landeszentralbank[Kontonummer 3]

Mehr als 130 000 Mark sind in den vergangenen Tagen für die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern privat gespendet worden. Das Geld ist auf ein eigens dafür vorgesehenes Konto eingezahlt worden, das das Bundesfinanzministerium eingerichtet hat. Wie viele Bundesbürger sich bisher finanziell am Fonds beteiligt haben, konnte eine Sprecherin des Ministeriums nicht sagen. Es habe aber zum Beispiel einen Tag gegeben, an dem 72 Einzahlungen gemacht worden seien. Wie berichtet, haben der Schriftsteller Günter Grass, der Pädagoge Hartmut von Hentig und die Publizistin Carola Stern vor kurzem die Deutschen aufgefordert, mit 20 Mark symbolisch einen Beitrag zur Entschädigung zu leisten.

Die 130 000 Mark "Bürgergeld" seien ein "erfreuliches Ergebnis", sagte Hartmut von Hentig am Mittwoch dem Tagesspiegel. Entscheidend sei aber nicht die Summe, sondern die Anzahl der Spender. "Der Aufruf ist ein symbolischer Akt. Er soll die Wirtschaft beschämen." Es solle klar werden, dass es sich bei der Entschädigung der Opfer nicht um einen abstrakten Vorgang handele, sondern um Wiedergutmachung von Menschen für Menschen. Auf den Appell habe es unterschiedliche Reaktionen gegeben. Viele hätten die Aktion begrüßt. "Es gab aber auch Beschimpfungen mit dem Tenor: Das geht uns doch nichts an." Auch bei der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft gehen täglich Privatspenden ein, die laut Stiftungsprecher Wolfgang Gibowski an die Bundesstiftung weitergeleitet werden sollen.

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