Politik : Entschlossen gegen Belgrad

NANCY .Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich dafür eingesetzt, daß die Nato den "Kern" einer Kosovo-Friedenstruppe bildet.Schröder sowie die Präsidenten Frankreichs und Polens, Jacques Chirac und Aleksander Kwasniewski, bekräftigten am Freitag in Nancy die Entschlossenheit der Alliierten, Belgrad militärisch zu zwingen, "das Morden und das Vertreiben" zu beenden.Parallel sollen die Bemühungen um eine politische Lösung fortgesetzt werden.Übereinstimmend äußerten sie bei ihrem mehrstündigen Treffen in der ostfranzösischen Stadt die Hoffnung, daß nach der Einigung mit Rußland auf Prinzipien einer Kosovo-Lösung nun bald eine Resolution des UN-Sicherheitsrates möglich werde."Ich hoffe, daß wir das möglichst zügig erreichen können", sagte der Bundeskanzler.

Chirac nannte die Einigung der G-8 vom Vortag auf gemeinsame Prinzipien einen "entscheidenden Schritt", der nicht einfach gewesen sei.Er lobte Deutschland, dies als gegenwärtiger Vorsitzender der G-8 erreicht zu haben.

Der Bundeskanzler räumte Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Finanzhilfe für Mazedonien und Albanien ein.Darüber müsse noch einmal mit der EU-Kommission gesprochen werden.Er äußerte die Hoffnung, daß die Entscheidung Deutschlands, weitere Kosovo-Flüchtlinge aufzunehmen, "Schule macht".Auf Zeit sei diese praktische Form der Solidarität notwendig, auch wenn es keine Aufnahme auf Dauer sein könne.

Das Treffen in Nancy war die zweite Gesprächsrunde des "Weimarer Dreiecks", das Deutschland, Frankreich und Polen zur verstärkung ihrer Zusammenarbeit 1991 in Weimar gegründet hatten.Diese Kooperation soll weiter ausgebaut werden, wie die drei Staats- und Regierungschefs betonten.Kwasniewski bekräftigte die Erwartung, daß sein Land im Jahre 2002 in die EU aufgenommen werde.Dies sei ein "ehrgeiziges, aber realistisches Ziel".Schröder habe gesagt, daß die inneren Reformen der Union Ende 2000 abgeschlossen werden sollten.Das dritte Treffen des "Weimarer Dreiecks" wird 2000 in Deutschland stattfinden.

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