Entwicklungshilfe : Afrika bekriegt sich selbst

Die 23 afrikanischen Staaten, die in den letzten 15 Jahren in Kriege verwickelt waren, haben etwa genau so viel Geld für die Konflikte ausgegeben, wie ganz Afrika an Entwicklungshilfe bekommen hat. Dies geht aus einer Studie mehrerer Nichtregierungsorganisationen hervor.

DakarBürgerkriege und gewaltsame Konflikte haben Afrika zwischen 1990 und 2005 rund 211 Milliarden Euro gekostet. Dies entspricht ungefähr der Menge an internationaler Entwicklungshilfe, die in der gleichen Zeit an den Kontinent geflossen ist, wie aus einer Studie von Nichtregierungsorganisationen hervorgeht. 23 von 53 afrikanischen Staaten seien in diesem Zeitraum in Konflikte verwickelt gewesen, die ihre Entwicklung behinderten, ergab die Untersuchung "Afrikas verlorene Milliarden" von Oxfam International, dem Internationalen Aktionsbündnis gegen Kleinwaffen (Iansa) und Saferworld.
  
Die drei Organisationen versuchten erstmals die Auswirkungen von Kriegen auf das afrikanische Bruttoinlandsprodukt zu berechnen. "Die Ausgaben sind schockierend. Unsere Zahlen sind ziemlich sicher eine Unterschätzung, aber sie zeigen, dass Konflikte die afrikanischen Wirtschaften durchschnittlich zwölf Milliarden Euro pro Jahr kosten", sagte der Oxfam-Experte für afrikanische Politik, Irungu Houghton. Mit dem gleichen Geld ließen sich die Aids-Krise beilegen, Malaria und Tuberkulose wirksam bekämpfen sowie sauberes Wasser, Sanitäranlagen und Bildung zur Verfügung stellen. (mit AFP)

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