Politik : Er hat sich bemüht - der Kanzler (Kommentar)

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Der Satz steht auf Willy Brandts Grabstein: Man hat sich bemüht. Gerhard Schröder hat diese Formulierung bewusst aufgegriffen, als er seine Wiederwahl zum SPD-Chef mit dem Versprechen annahm, sich zu bemühen. Er mag es noch so sehr tun - das Herz seiner Partei zu gewinnen, wie es dem (in des Wortes besserer Bedeutung) Patriarchen gelang, steht dem dritten sozialdemokratischen Kanzler der zweiten deutschen Republik nicht zu Gebote. Schröder und die SPD, das bleibt eine Vernunftehe. Daran ändert auch der beträchtliche Zuwachs an Stimmprozenten nichts. Der ist zählbarer Ausdruck beiderseits rationalen Kalküls. Man braucht einander. Aber im Ernst: Welche Einsicht wäre tragfähiger für eine Arbeitsbeziehung als diese? Wie tragfähig, dass musste Rudolf Scharping erfahren. Wenn Ihr Schröder nicht mehr wollt, mich könnt Ihr haben - kaum eine Gelegenheit hat der Verteidigungsminister seit der Kapitulation Oskar Lafontaines verstreichen lassen, um diese Botschaftunter die Leute zu bringen. Indirekt, aber deutlich genug. Der Parteitag hat es in seiner Antwort ebenfalls an Deutlichkeit nicht fehlen lassen: Rudi, hat er gesagt, vergiss es. Du bist keine Alternative, schon gar nicht, wenn Du gegen das Grundgesetz der Geschlossenheit verstößt. Die SPD ist in der Regierung angekommen. Noch deutlicher als das kopfgesteuerte Ja zu Schröder beweist dies der nicht minder vernünftige Dämpfer für Scharping.

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