Politik : Erfahrung mit knappen Finanzen Heide Simonis wird heute 60

Karsten Plog[Hamburg]

An diesem Freitag wird Deutschlands bisher einzige Ministerpräsidentin, Heide Simonis, 60 Jahre alt. Da sie zudem erst kürzlich ihr zehnjähriges Amtsjubiläum beging, soll am Freitagabend in Kiel kräftig gefeiert werden. Mit dabei unter anderem Nobelpreisträger Günter Grass, der CSU-Politiker Michael Glos und Kanzler Gerhard Schröder, der nicht gerade als besonders enger politischer Freund der schleswig-holsteinischen Regierungschefin gilt. Und der den finanzschwachen Ländern mit der Entscheidung, die Steuerreform vorzuziehen, gehörige Sorgen bereitet hat.

Dabei hat Heide Simonis, die im Jahr 1993 den einstmaligen SPD-Hoffnungsträger Björn Engholm abgelöst hatte, schon genug Probleme. Als „desaströs“ hat sie Ende Mai die finanzielle Situation ihres Bundeslandes bezeichnet – und weitere Einsparungen, Gebührenerhöhungen und Schlankheitskuren für die Verwaltung angekündigt. Geldsorgen sind für die SPD-Poltikerin, die 1988 von Engholm als Finanzministerin an die Förde geholt worden war, allerdings nichts Neues. Als Haushaltsexpertin der SPD-Bundestagsfraktion war sie mit der Materie vertraut.

Die Ministerpräsidentin kann darauf verweisen, das vor allem landwirtschaftlich und touristisch geprägte Bundesland auf den Kurs zu einer modernen Wirtschaftsregion gebracht zu haben. Zudem ist sie im hohen Norden immer noch mit Abstand die populärste politische Führungskraft. Bei der Landtagswahl 2005 tritt sie wieder als Spitzenkandidatin an – gegen den CDU-Bundestagsabgeordneten, -Landesvorsitzenden und Agrarexperten Peter Harry Carstensen.

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