Politik : Erfolg der Fahnder in Neapel, Palermo und Acapulco

Mit der Festnahme von zwei hochkarätigen italienischen Mafiabossen ist der Polizei ein schwerer Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. In Acapulco (Mexiko) ging den Fahndern ein seit sieben Jahren flüchtiger Mörder aus Sizilien ins Netz, in der Nähe von Neapel sprengten Sondereinheiten ein "Gipfeltreffen" der Mafia-Organisation Camorra. Dabei wurde der 49-jährige Ciccio Mallardo gefasst. Der im September 1999 untergetauchte Mörder habe auf der Liste der 30 gefährlichsten Schwerverbrecher gestanden. Politiker in Rom sprachen am Freitag von einer "brillanten Operation".

Mit Mallardo schnappten die Fahnder nach Berichten des italienischen Fernsehens zwölf weitere Mafiosi. Zwei von ihnen gehörten ebenfalls zur Spitze des organisierten Verbrechens im Großraum Neapel. Ihr Versteck auf dem Land sei von massiven Sicherheitskräften umstellt und gestürmt worden. Damit sei ihre Flucht verhindert worden. Mallardo werde außer Mord auch Rauschgifthandel vorgeworfen. Innenminister Enzo Bianco gratulierte dem Polizeipräsidenten von Neapel, Antonio Manganelli, zu der gelungenen Operation.

Der in Mexiko gefasste Mafiaboss Giuseppe Montanti wurde nach Italien abgeschoben und landete am Freitag in Palermo. Montanti war nach italienischen Angaben der letzte Flüchtige der Mafia-Organisation Stidda, ein Gegenpart zur Cosa Nostra auf Sizilien. Er war laut Kronzeugen der Sprengstoffexperte der "Paten". Zudem soll er den Mord an dem Richter Rosario Livantino im Jahre 1990 in Auftrag gegeben haben. Deshalb sei er in Italien in Abwesenheit bereits zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Fahnder überführten Montanti anhand von Fingerabdrücken und Fotos.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben