Ergebnis in Sachsen : CDU bleibt in Sachsen klar dominierende Kraft

Ministerpräsident Stanislaw Tillich muss sich im Gegensatz zu seinen Amtskollegen in Thüringen und im Saarland keine Sorgen machen: Er bleibt Ministerpräsident. Offen bleibt allerdings, wen er sich als Koalitionspartner aussucht - die SPD oder die FDP.

Tillich
Sorgenfrei: Tillich bleibt Ministerpräsident in Sachsen. -Foto: dpa

DresdenAus der Landtagswahl in Sachsen ist die CDU mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich ersten Hochrechnungen für ARD und ZDF zufolge erneut klar als stärkste politische Kraft hervorgegangen. Die Koalitionsfrage bleibt zunächst aber offen.

Die CDU vermied es am Sonntagabend, sich auf einen Partner für die Regierungsarbeit für die kommenden fünf Jahre festzulegen. Rechnerisch könnte sie wie bisher mit der SPD oder auch mit ihrem Wunschpartner FDP regieren. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte im MDR, die CDU werde am Montag Gespräche mit möglichen Partnern aufnehmen. In der ARD sagte er, die CDU werde mit FDP, SPD, aber auch mit den Grünen sprechen. "Es geht ums Land, an diesem Maß werden wir die Kandidaten prüfen", sagte der Regierungschef.

Sachsens SPD-Spitzenkandidat Thomas Jurk signalisierte Bereitschaft für eine Fortsetzung der Koalition mit der CDU. "Wir haben fünf Jahre erfolgreich regiert", sagte Jurk in der ARD. Nun sei die Frage, welche Projekte man möglicherweise gemeinsam umsetzen könne. "Wir haben unser Wahlziel leider nicht erreicht", räumte Jurk ein, "da gibt es nichts zu beschönigen." Die CDU habe ihre Wahlziel aber ebenfalls nicht erreicht.

Der sächsische Linke-Spitzenkandidat André Hahn kündigte unterdessen eine "starke" Oppositionsarbeit im nächsten Landtag an.

NPD gelingt Wiedereinzug in den Landtag

Nach den Hochrechnungen kommen die Christdemokraten auf 40,6 bis 40,9 Prozent. Auf dem zweiten Platz folgt die Linke mit 20,5 bis 20,9 Prozent. Die FDP verbessert sich auf 10,4 bis 10,5 Prozent und erreicht damit Platz drei vor der SPD mit 9,9 bis 10,0 Prozent. Die Grünen erreichen 6,0 bis 6,1 Prozent. Auch die rechtsextreme NPD dürfte mit 5,2 bis 5,4 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag schaffen. Der rechtsextremistischen Partei gelang damit trotz starker Verluste erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik der Wiedereinzug in einen Landtag.

Bei den Landtagswahlen im September 2004 war die bis dahin allein regierende CDU auf 41,1 Prozent gekommen. Die SPD erzielte mit 9,8 Prozent das schlechteste Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt. Die damalige PDS kam auf 23,6 Prozent, die Grünen erhielten 5,1 Prozent, die FDP 5,9 Prozent und die NPD 9,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug damals 59,6 Prozent. (sba/AFP)

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