Politik : Erhebungen

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Es liegt uns völlig fern, Vorurteile gegen Lehrerinnen im Allgemeinen und Lehrerinnen für Deutsch und Kunsterziehung im Besonderen zu schüren. Wir haben keinerlei, wir betonen, keinerlei grundsätzliche Vorurteile gegen Diplom-Gesellschaftswissenschaftlerinnen. Wir halten nicht mal etwas davon, die PDS in Bausch und Bogen zu verdammen. Es ist uns obendrein vollkommen schnurz, ob die Bundesregierung demnächst irgendwann mal komplett von Bonn nach Berlin umzieht oder nicht. Aber eins muss in aller Deutlichkeit gesagt werden: Petra Pau hat keine Ahnung.

Wir stützen dieses harsche Urteil auf eine Pressemitteilung der Frau Berlin-Beauftragten (sic!) Pau. Der Bundestag müsse, lesen wir da, alle Ministerien nach Berlin holen, und zwar per Beschluss. Denn, lesen wir weiter, auf den sog. Rutschbahn-Effekt zu setzen, sei nicht nur politisch unredlich, sondern auch physikalisch falsch. Weil nämlich „Berlin einige Meter höher überm Meeresspiegel siedelt als Bonn".

Das kam uns verdächtig vor, schon wegen des absonderlichen „siedelt". Wir haben nachgeforscht. Berlins tiefste Punkte am Grund des Eiszeit-Urstromtals werden von allen einschlägigen Autoren mit 34 Metern über NN vermessen, der Teufelsberg als höchster Hügel mit 120 Metern. Bonns tiefster Punkt hingegen, die Sieg-Mündung in den Rhein, liegt auf 45 Metern. Auch dem höchsten Punkt im Stadtgebiet - der Paffelsberg, 194,8 Meter - reicht das Berliner Pendant mal so gerade bis zum Bauch. Dass sich Berliner gerne über die Siedlung Bonn erheben – geschenkt. Aber der Wahrheit die Ehre: Es ist umgekehrt.Robert Birnbaum

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