Politik : Ermittlungen gegen europäische Islamisten

Frank Jansen

Die USA haben die Schweiz, Liechtenstein, Italien und die Bahamas aufgefordert, die Konten der internationalen Finanzgesellschaft Al Taqwa einzufrieren. Das Unternehmen soll in Transaktionen von Osama bin Laden verwickelt sein. Am Mittwoch wurden in der italienischen Enklave Campione (nahe der Schweizer Stadt Lugano) die Wohnhäuser des Geschäftsführers Youssef Mustafa Nada und eines namentlich nicht genannten Verwaltungsratsmitglieds des Schweizer Al Taqwa-Unternehmens durchsucht. Zu den Ergebnissen sagten die italienische Polizei und die Schweizer Bundesanwaltschaft nichts.

Al Taqwa, zu deutsch "Gottesfurcht", ist ein Konglomerat mehrerer Finanzdienstleister. Die wechselseitigen Verbindungen sind schwer zu durchschauen. Hinter Al Taqwa steckt nach Ansicht von Islamexperten die Muslimbruderschaft. Diese Islamisten-Vereinigung ist in zahlreichen Ländern aktiv und gilt beispielsweise als Mutterorganisation der palästinensischen Terrortruppe Hamas. Verbindungen gibt es möglicherweise auch zu Rechtsextremisten.

Im Verwaltungsrat der Tessiner Al Taqwa, die inzwischen Nada Management Organization heißt, sitzt der Schweizer Moslem Ahmed Huber. Er unterhält Kontakte zur NPD und weltweit zu Holocaust-Leugnern. Huber wollte im letzten Frühjahr zusammen mit dem NPD-Anwalt Horst Mahler an einem Kongress von Holocaust-Leugnern teilnehmen, der in Libanon stattfinden sollte - in einem Viertel Beiruts, das die Hisbollah (Partei Gottes) kontrolliert. Die libanesische Regierung verbot das Treffen. Sicherheitsexperten schließen nicht aus, dass Huber Kontakte zwischen Islamisten und Rechtsextremisten vermittelt.

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