Politik : Ermittlungen gegen Terror: "Die Europa-Zentrale von Al Qaida ist in Mailand"

Thomas Migge

Die USA blicken nach Mailand. Dort nämlich, in der Viale Jenner Nummer 50, nicht weit vom Hauptbahnhof entfernt, soll sich die europäische Zentralbasis der Al Qaida befinden, der weltweiten Terrororganisation bin Ladens. Das jedenfalls fanden US-Ermittler eigenen Angaben zufolge nach monatelangen Recherchen heraus. Bin Ladens Europa-Stützpunkt soll im islamischen Studienzentrum untergebracht sein. Dieses Zentrum betreibe, so die Ermittler, einerseits tatsächlich Koranstudien, andererseits aber diene es auch dazu, um über Dubai Kontakt mit bin Laden in Afghanistan zu halten und die europäischen Zellen der Al Qaida in neue Pläne einzuweihen.

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Umfrage: Bodentruppen nach Afghanistan? Den US-Ermittlern zufolge bereite die logistische Operationsbasis der Terroristen in Mailand seit sechs Jahren alle wichtigen Attentate weltweit vor. Schon 1993, so die Tageszeitung "Corriere della sera", beim ersten Anschlag auf das World Trade Center in New York, seien die Kontakte zwischen den Terroristen in den USA und Afghanistan über Mailand gelaufen. Das FBI habe ausgefunden, dass kurz nach dem 11. September sechs ägyptische Al-Qaida-Agenten im Studienzentrum die Gläubigen aufforderten, sich dem Heiligen Krieg anzuschließen. Für Bereitwillige sei die Reise in die Ausbildungscamps nach Afghanistan organisiert worden. Auch der Imam des Studienzentrums sei an der Rekrutierung neuer Attentäter beteiligt.

Wie die US-Fahnder ebenfalls bekannt gaben, hat an der Piazza Cordusio in der Nähe des Mailänder Doms eine von den Arabischen Emiraten finanzierte Organisation ihren Sitz, die Spendengelder von Moslems sammelt. 15-20 Prozent dieser Gelder würden für die Al Qaida zur Verfügung gestellt. Nach Angaben aus gut informierten Kreisen in Rom wurde die Regierung von Silvio Berlusconi bereits von Washington aufgefordert, das Studienzentrum in Mailand zu schliessen. Der Regierung in Rom seien auch Aussagen eines ehemaliges Al-Qaida-Mitglieds vorgelegt worden, der jetzt mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeitet.

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