Politik : Ermittlungen um Hillary: Behörde prüft Zusammenhang von Senatswahl und Begnadigung

Die amerikanische Bundesanwaltschaft will klären, ob die Begnadigung von vier wegen Veruntreuung verurteilten New Yorkern durch US-Präsident Bill Clinton im Zusammenhang mit dem Senatswahlkampf seiner Frau Hillary stand. Das erfuhr AP aus juristischen Kreisen in New York. In dem Fall geht es um vier chassidische Juden, die sich Millionen Dollar staatlicher Mittel für eine erfundene Religionsschule erschlichen und in ihrer Gemeinde an Schulen und Einwohner verteilt hatten. Die chassidische Gemeinschaft in New Square stimmte im November mit überwältigender Mehrheit für Hillary Clinton.

Die vier Beschuldigten - Kalmen Stern, David Goldstein, Benjamin Berger und Jacob Elbaum - haben ihre Schuld nicht bestritten, aber darauf hingewiesen, dass sie das Geld nicht für sich selbst verwendet hätten. Am 22. Dezember empfing Clinton im Weißen Haus eine Abordnung der chassidischen Gemeinde, die sich für die Begnadigung der Verurteilten einsetzte. An dem Treffen nahm auch Hillary Clinton teil.

In Washington distanzierte sich die Senatorin unterdessen von ihrem Bruder Roger Rodham, der sich gegen ein Honorar von 400 000 Dollar für eine andere Begnadigung stark gemacht hatte. Ihr Bruder habe eine "furchtbare Fehlentscheidung" getroffen. Mit den Vorgängen habe sie nichts zu tun gehabt. Rodham erhielt Justizkreisen zufolge 200 000 Dollar nach der Begnadigung des wegen Betrugs verurteilten Almon Glenn Braswell. Weitere 200 000 Dollar erhielt der Anwalt für seine Hilfe beim Gnadengesuch von Carlos Vignali, der wegen Beteiligung an einem Kokain-Ring zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden war.

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