Politik : Erneut Attentat in Spanien: Armeeoffizier in Pamplona erschossen

Nur einen Tag nach den jüngsten Sprengstoffanschlägen in Spanien ist am Mittwoch ein Armeeoffizier bei einem neuen Attentat im Norden des Landes getötet worden. Francisco Casanova Vicente wurde nach Angaben der Regierung zwei Mal in den Hinterkopf geschossen, als er zu Hause in Pamplona in seine Garage fuhr. Der Anschlag in der ans Baskenland angrenzenden Region Navarra trage die Handschrift der baskischen Untergrundorganisation ETA, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Der ETA werden auch die beiden Attentate in Madrid und im Baskenland zugeschrieben, bei denen am Dienstag ein Mensch getötet und elf weitere Personen verletzt wurden.

Landesweit gedachten tausende Spanier am Mittwoch der Opfer. In San Sebastian und Madrid versammelten sich die Menschen am Mittag vor den Rathäusern, auch in der baskischen Hauptstadt Vitoria demonstrierten Bewohner schweigend für ein Ende der Gewalt. In Zumaya, wo am Dienstag ein 52-jähriger Unternehmer von einer Autobombe getötet wurde, währte die Stille 15 Minuten.

Ein durch die Autobombe in Madrid schwer verletzter Wachmann wurde unterdessen einer Notoperation unterzogen. Drei weitere Verletzte des Anschlags vom Dienstag blieben im Krankenhaus, zwei Kleinkinder wurden entlassen.

Unterdessen hat die Madrider Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit einem Bombenanschlag für den früheren Chef der baskischen Untergrundorganisation ETA, Francisco Mugica Garmendia, eine Haftstrafe von 1168 Jahren beantragt. Ihm wird die Beteiligung an einem Attentat aus dem Jahre 1988 vorgeworfen, bei dem in Madrid zwei Menschen getötet wurden. Mugico soll damals dem so genannten französischen ETA-Kommando hundert Kilo Sprengstoff und die Schlüssel eines Lieferwagens zur Verfügung gestellt haben. Der Lieferwagen ging am 22. November 1988 vor dem Hauptquartier der paramilitärischen Polizei Guardia Civil in Madrid in die Luft. Dabei wurden außerdem 88 Menschen verletzt. Mugico wurde im Februar nach Spanien ausgeliefert, nachdem er in Frankreich eine zehnjährige Haftstrafe wegen illegalen Waffenbesitzes und der Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung verbüßt hatte.

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