Politik : Erneut Zusammenstöße im Westjordanland - Israel verstärkt seine Truppen

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Im Westjordanland ist es am Dienstag wieder zu Zusammenstößen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Soldaten gekommen. In Hebron bewarfen rund 300 Studenten einen Armeeposten mit Steinen. Israelische Soldaten feuerten daraufhin Gummigeschosse in die Menge. Dabei wurden mindestens zwei Demonstranten verletzt. Auch in el Ram gab es Zusammenstöße, nachdem rund 200 Palästinenser israelische Soldaten mit Steinen beworfen hatten. Israels Ministerpräsident Ehud Barak verschob unterdessen die geplante Übergabe von drei Orten in der Nähe Jerusalems an die Palästinenser auf unbestimmte Zeit.

Aus Furcht vor neuen Zusammenstößen verstärkte Israel seine Truppen im Westjordanland auf den wichtigsten Verkehrsachsen, um die jüdischen Siedlungen sowie um die militärischen Stützpunkte, sagte Kommandeur Mosche Ajalon. Verteidigungsminister Efraim Sneh machte palästinensische "Extremisten und terroristische Organisationen" für die Zusammenstöße verantwortlich, die die palästinensische Autonomiebehörde "in Verlegenheit zu bringen" wollten.

Barak hatte erst am Montag im Parlament durchgesetzt, dass die drei Orte Abu Dis, Suwahara und El Asahria unter palästinensische Kontrolle gestellt werden. Die Entscheidung fiel mit 56 zu 48 Stimmen bei einer Enthaltung. Im Kabinett hatten zuvor 15 Minister für die Übergabe votiert. Sechs Regierungsmitglieder, darunter die vier der ultraorthodoxen Schas-Partei, lehnten sie ab.

Am Montagabend ist der US-Nahostvermittler Dennis Ross in der Region eingetroffen, um die Friedensverhandlungen voranzutreiben. Ross plant Gespräche mit Israels Ministerpräsident Ehud Barak und Palästinenser-Präsident Jassir Arafat. Israel und die Palästinenser verhandeln seit September über einen Endstatus für die Palästinensergebiete. Ursprünglich sollte am vergangenen Sonnabend ein Rahmenabkommen verabschiedet werden.

In den vergangenen vier Tagen waren bei Straßenschlachten im Westjordanland und im Gazastreifen mindestens vier Palästinenser getötet und hunderte verletzt worden. Die Palästinenserproteste hatten begonnen, um die Freilassung von rund 1600 in Israel Gefangenen zu fordern.Mehr Informationen im Internet unter

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