Politik : Erste Konsequenz: Bahn verfügt Tempolimit für ICE

ESCHEDE (Tsp).Am Tag nach der Zugkatastrophe von Eschede waren die Aufräumarbeiten in vollem Gange.Ein Waggon des verunglückten ICE ist möglicherweise bereits vor Eschede entgleist und wurde bis zur Unglücksstelle mitgezogen.Nach unbestätigten Meldungen wurden etwa fünf Kilometer vor dem Unglücksort Beschädigungen am Gleiskörper entdeckt.Was sie verursacht hat, ist nicht bekannt.Die Bahn hat erste Konsequenzen aus dem Unglück gezogen.Bis zum Abschluß der Untersuchungen über die Unglücksursache gilt ein Tempolimit von 160 km/h.Außerdem sollen alle ICE-Züge gesondert untersucht werden.

Die Nachricht von der Katastrophe und die Bilder von den Folgen schockierten die Menschen in Deutschland und lösten weltweit Bestürzung aus.

Auch mehr als 24 Stunden nach der Tragödie wurden am Donnerstag mittag unter den Trümmern der bei dem Unglück zerstörten Brücke noch in mindestens einem Waggon des verunglückten Intercity-Express Opfer vermutet."Wir hören keinerlei Lebenszeichen aus den Wracks.Die Hoffnung auf Überlebende schwindet", sagte der Sprecher des Technischen Hilfswerkes (THW), Rolf Bartsch.

Bundeskanzler Helmut Kohl und Niedersachsens Ministerpräsident Gerhard Schröder informierten sich während der Bergungsarbeiten nacheinander vor Ort.Beide zeigten sich tief bewegt.Kohl warnte dabei vor "vorschnellen Schlüssen" zur Ursache des Unglücks.Die Bundesregierung werde alles Mögliche tun, um Opfern, Angehörigen und Rettungskräften zu helfen.Der Kanzler sprach von der "Urgewalt, mit der die Technik zugeschlagen" habe."Das Barbarische und Schreckliche dieses Unglücks springen einen ja förmlich an."

Wie Kohl dankte auch Schröder allen Rettungsorganisationen vor Ort und den Seelsorgern, die Angehörige und Helfer betreuten.Schröder sagte, die Helfer hätten "Übermenschliches geleistet"."Im Ausmaß der Trauer über die Opfer und in einer Welle der Hilfsbereitschaft sind die Deutschen sehr nahe beieinander." Aus allen Teilen der Welt kamen Kondolenzschreiben an die deutsche Regierung und den Bundespräsidenten.Der Papst betete für die Opfer des Unglücks.

Die grauenvollen Bilder haben etliche Helfer an den Rand der psychischen Belastbarkeit geführt.Rund 50 Seelsorger kümmern sich um Helfer und etwa 50 angereiste Angehörige.

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