Politik : Erste Nachweise von Giftrückständen schon im Dezember

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Im Dezember 2001 gibt es laut dem größten deutschen Öko-Anbauverband, Bioland, erste Nachweise über Nitrofen-Rückstände in Putenfleisch. Das Bundesverbraucherministerium wird nach eigener Darstellung erst Mitte Mai über die Funde informiert.

Im Januar 2002 bekommt die dem Bundesverbraucherministerium unterstellte Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach Putenfleischproben aus einem niedersächsischen Mastbetrieb. Im März stellt die Behörde in der Probe eine zehnfach über dem Grenzwert liegende Nitrofen-Konzentration fest. Das Verbraucherschutzministerium in Berlin wird nicht benachrichtigt. Man geht von einem „lokalen Fall“ aus.

Am 11. März wird in einer Rückstell-Probe von GS agri Nitrofen gefunden. Die nicht getesteten Proben werden untersucht und 31 belastete gefunden. GS agri Geschäftsführer Römann sagt am 29. Mai, die Futtermittel seien zu der Zeit verbraucht gewesen.

2. Mai: Die Kontrollstelle „Gesellschaft für Ressourcenschutz“ ruft bei der Bezirksregierung Lüneburg an. Es gibt Hinweise auf Nitrofen-Belastung bei GS agri.

Am 7. Mai stellt GS agri erneut Nitrofen-belastete Proben fest, nachdem die Firma zuvor davon ausgeht, dass ihr Putenfutter wieder „sauber“ ist.

Am 24. Mai gibt Bioland bekannt, dass er Geflügelfutter auf Nitrofen-Rückstände untersuchen lässt.

Am 27. Mai werden bundesweit Bio-Betriebe wegen positiver Nitrofen-Tests gesperrt.

28. Mai: Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) kündigt eine Anweisung an die ihr untergeordneten Behörden an, Informationen über brisante Stoffe in Lebensmitteln künftig umgehend weiterzugeben.

29. Mai: In Mecklenburg-Vorpommern wird Nitrofen in Eiern und Hühnerfleisch gefunden. Zehntausende Hühner sollen getötet werden.

30. Mai: Nitrofen wird auch in Öko-Eiern in Niedersachsen entdeckt. Niedersächsische Behörden untersagen GS agri am Abend weitere Futter-Lieferungen, die bis dahin wegen vorliegender Unbedenklichkeitszertifikate möglich sind.

31. Mai: Eine „Task Force“ von Bund und Ländern zur Aufklärung des Skandals nimmt ihre Arbeit auf.

1. Juni: Der Fall ist weitgehend geklärt. Die Halle der Firma NSP in Malchin wird gesperrt. dpa

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